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Fairness gefragt: Plugin erweitert Googles soziale Suche.

Mit dem Start seiner sozialen Suche, die Ergebnisse anhand der eigenen Google+-Informationen aufwertet, bevorzugt Google klar die Inhalte aus dem eigenen Netzwerk vor allen anderen Seiten. Ein Fakt, der nicht nur bei manchem Nutzer für kritische Stimmen sorgt – auch Twitter wetterte nur wenige Stunden nach der Ankündigung der neuen Suche massiv gegen Google. Brisant: Google hatte einen Vertrag über die Live-Einbindung von Tweets in die Suchergebnisse zuvor auslaufen lassen.

Nun haben sich unter der Initiative “Focus on the User” nach eigenem Bekunden “einige Entwickler von Twitter, Facebook und MySpace” zusammen getan und liefern ein Browser-Plugin, dass die soziale Suche Googles um Angaben aus ihren Netzwerken erweitert. Dabei werden keine Live-Daten ausgegeben – vielmehr greift das Plugin die normale Suche von Google nach Ergebnissen ab und bindet diese wieder in die Google-Ergebnisseite ein. Man nutzt so im Grunde Google gegen Google und zeigt, wie man sich eine wirklich soziale Suche vorstellt, die alle Dienste fair behandelt.

Interessant am Rande übrigens: Die Entwickler geben sich auf der Website nicht zu erkennen. Von wem die Initiative nun ausgeht, und welche Entwickler wirklich daran beteiligt sind, lässt sich aktuell also nicht sagen. Fakt ist, das Plugin macht auf einen Umstand aufmerksam, der eine gewisse Brisanz hat – Google als (in der westlichen Welt) am häufigsten genutzte Suchmaschine hat die Macht, Nutzer weg von anderen Plattformen hin zum eigenen Netzwerk Google+ zu lenken. Eine Stellung, die nicht nur Wettbewerber zu denken geben sollte.

Google lockert Klarnamen-Regel für Google+

Since launch we’ve listened closely to community feedback on our names policy“, schreibt Bradley Horowitz, Produktmanager für Google+, in einem aktuellen Eintrag. Mit diesem beugt sich Google dem Wunsch einer spezifischen Nutzergruppe, welche in den letzten Monaten hart mit der “Klarnamen-Regel” des Social Networks ins Gericht gegangen war.
Nun will Google in seinem Netzwerk auch die Angabe eines Nickname zulassen, was natürlich ein Unterschied zu einem Pseudonym ist (John “Maggie” Smith wäre ein Nickname, ein Pseudonym wäre ein Phantasienamen ohne Verbindung zum Original-Namen); Pseudonyme sollen nur dann zugelassen werden, wenn man diese nachweislich bereits in der Öffentlichkeit nutzt. Das dürfte für die meisten Internet-Nutzer eine Hürde sein, die sie so schnell nicht überwinden können. Somit ist dieser Schritt für die Gegner des Zwangs zur Angabe eines echten Klarnamens noch kein richtiger Sieg. Aber ein Schritt in die Richtung. Eine, deren Weg noch nicht verstellt ist. Denn am Ende seines Eintrags versichert Horowitz auch: “Today is a small step towards improving the ways in which you can communicate your identity on Google+. We will be listening to feedback from the community and will continue to refine all aspects of how we handle names and identity over the coming weeks, months and beyond.

Nebenbei übrigens bleibt eine eventuelle Änderung des Namens nicht auf Google+ beschränkt: “It’s important to remember that when you change your name in Google+, you’re changing it across all services that require a Google Profile“, was bedeutet: Maggie im obigen Beispiel wird auch in allen anderen Google-Services als Maggie sichtbar werden – bspw. in Google Mail oder der Suche, wenn er Freunden Inhalte empfiehlt.

Generell sollte man bei der Nutzung von Google+ konkret – egal ob es sich nur um die Angabe des Namens, oder der von Interessen handelt – immer auch im Kopf haben, dass sich die Suche von Google weiter auf das eigene Profil ‘einschießen’ wird und künftig entsprechende Anpassung von Ergebnissen vornimmt. Auch der Gedanke, ob man wirklich von den Spieler-Kumpels seines Alter-Ego ‘Knufortius’ aus WOW in G+ kommunizieren und auffindbar sein will, sollte eine Rolle bei der Änderung des Namens spielen. Wie immer, ist auch hier eine Differenzierung des Nutzungszwecks notwendig. In der Wahrnehmung etabliert sich Google+ neben Facebook eher als “seriöses” Netzwerk mit weniger Spaß-Inhalten. Ob sich dieser Trend auch bei zunehmender Nutzerbasis und einer kommenden offenen API halten kann, muss sich noch herausstellen.

Facebook sichert sich Brasilien – überholt Googles Orkut

Kennen Sie ‘Google Orkut’? Keine Angst, wenn Sie das Netz erst nach 2004 kennen gelernt haben, müssen Sie sich keine Sorgen machen, wenn Sie es nicht kennen.
Google Orkut erblickte im Januar 2004 das Licht der Online-Welt. Und ist ein Social Network. Eines von Google.
Glauben Sie nicht? Tun sie es, denn es ist wahr. Und Orkut ist noch immer online. Nur kennen werden es die wenigsten noch. Denn das in seiner “Google-Freizeit” von Entwickler Orkut Büyükkökten gebaute Netzwerk erlebte nach seinem Boom um Einladungen im Frühjahr 2004 schnell wieder ein Aufmerksamkeitsende. Zumindest in der westlichen Welt. Das Land, in dem Orkut bis heute vor Facebook das führende soziale Netzwerk blieb, ist Brasilien.

Bis heute. Denn jetzt – endlich, mag man in den Facebook-Büros aufatmen – hat der blaue Riese den magentafarbenen Dinosaurier (der seit seinem Launch im wesentlichen unverändert blieb) eingeholt.

Laut den aktuellen comScore-Zahlen konnte Facebook seine Nutzerbasis in Brasilien im letzten Jahr um nahezu 200% ausbauen – und Orkut damit einholen. Demnach kommt Facebook im Dezember auf 36,1 Mio. Besucher, während Googles Orkut auf 34,4 Mio. Besucher kam – beide Netzwerke wachsen übrigens, Googles Orkut zuletzt nur eben langsamer als der Wettbewerber.

Damit ist Facebook das führende Netzwerk weltweit. In den relevanten Märkten ist das Netzwerk – Brasilien ist das fünft größte ‘Social Networking Land’ – jetzt führend. Allein in China, Japan, Südkorea, Vietnam, Polen und Russland sind es (noch) lokale Vertreter, welche die Nase vorn haben.

Google personalisiert die Suche mittels Google+

Google personalisiert die Suche durch Ergebnisse aus Google+. Das ändert unsere Wahrnehmung des Internets und privilegiert Googles eigene Inhalte vor denen anderer Dienste und Seiten.

Und da ist sie: Die Verschmelzung von Googles Suchmaschine und Google+.
Als Google+ vor einigen Monaten an den Start ging, da war eigentlich klar, um was es dem Suchmaschinen-Primus geht: Seine Nutzer besser kennen zu lernen. Noch besser. Besser, als sie sich wahrscheinlich selbst kennen. Darum ging es bei Google schon immer. Das Netzwerk Google+ als zentrales Element soll, muss, alle Produkte aus Mountain View künftig verbinden und für Nutzer persönlicher machen.
Darüber, dass Google seine Nutzer über sein soziales Netzwerk besser versteht, lernt es, was Nutzer wirklich wollen. Zum Beispiel, was sie suchen, oder meinen zu suchen, wenn sie eine Suchanfrage in Google eingeben. Nun werden manche Datenschützer bei der Überschrift dieses Artikels und den im folgenden vorgestellten neuen Features schnell und schwer zu atmen beginnen. Google schafft die “Privatheit” mit diesem Schritt einen Grad mehr ab. Daneben auch noch kritisch: Die entstehende “Filter-Blase”. Denn mit der personalisierten Suche kommt das Leben (oder Suchen) in der Blase noch stärker zum Tragen, kommt die Filterung der Ergebnisse nach dem, was ein Nutzer erwartet zu bekommen, wenn er sucht, noch gewichtiger ins Leben.
Doch langsam: Für den Moment ist die personalisierte Suche in der Verbindung mit Google+ rein optional und jederzeit zu deaktivieren.

“Wir verwandeln Google in eine Suchmaschine, die nicht nur Inhalte findet, sondern auch Menschen und ihre Beziehungen versteht”, erklärt Amit Singhal im offiziellen Google Blog anlässlich der Ankündigung der neuen Features.

Mit der Personalisierung der Suchergebnisse gewinnt vor allem Google:

  • Man macht sich weiter unabhängig vom ursprünglichen Algoritmus und dem Pagerank
  • Man macht sich weniger angreifbar und abhängig von SEO
  • Man nimmt die Erkenntnis ernst, dass wir Menschen mehr vertrauen als Maschinen, und Freunden erst recht. Bessere Suchergebnisse, weil besseres Verständnis, bedeuten auch, bessere und gezieltere Werbeeinblendungen.

Die neuen Features im Überblick:

  • Persönliche Ergebnisse: Neben dem normalen Suchergebnis werden private Suchergebnisse angezeigt, die auf den eigenen Interessen beruhen. Dazu zählen u.a. auch Links, die von Freunden geteilt wurden und zum Thema passen.
  • Profile in der Suche: Google findet jetzt Menschen die zum Thema passen, oder persönliche Informationen bei der Suche nach Menschen, dabei werden Menschen höher gewichtet, wenn eine Beziehung auf Google+ zu ihnen besteht.
  • Personenprofile und Seiten: Wie zu erwarten werden in die normale Suche künftig auch Personenprofile und Google+-Seiten eingeblendet, so sie zum Thema passen. Sucht man bspw. nach “Auto” können die Google+-Seiten von Audi, BMW und Co. eingeblendet werden.

Im folgenden Video erklärt Google noch einmal, wie die Suche künftig aussieht.

Wie bereits oben erwähnt, lässt sich das Feature optional aktivieren/deaktivieren – und zwar bei jeder Suche. Die neuen Features sind intelligent integriert und machen die Suche bei persönlichen Suchen wesentlich nützlicher. Allerdings privilegieren sie auch Seiten auf dem Google+-Netzwerk und verstärkt das Risiko der “Filterblase”, die uns nur das vorsetzt, was wir erwarten. Das kann positiv wie negativ sein. Für den Moment erhebt sich Google jedoch von jeglichen dahingehenden zu stark aufkommenden Vorwürfen, da die neue soziale Suche pro Suchvorgang individuell “umgeschaltet” werden kann.

Personalisiertes Suchen ist für Google so ein Thema im übrigen nicht – ist man im Netzwerk eingeloggt, bekommt der Primus schon jetzt recht gute Bewegungs- und Suchprofile zusammen, nach denen Werbung gezielt eingeblendet wird. Es war beim Start von Google+ zu erwarten, dass dieses Feld die Zukunft des Suchens ändern würde – mit dem Schritt kommt Google jetzt zum einen doch recht zügig aus dem Haus, aber über die Optionen auch sehr smart und Wohlwollend.

Dass Google sein soziales Netzwerk in massivem Umfang in die Suche integriert ist keine Überraschung – die jetzt vorgestellte Entwicklungsstufe ist die erste auf einer langen Treppe. Unternehmen sollten sich spätestens jetzt mit Google+ auseinander setzen. Ebenso wie altgediente SEO-Experten, die es bisher noch nicht getan haben. Dem Feld des “Social SEO” steht eine blühende Zukunft bevor. Und für Unternehmen und uns Nutzer könnte dies ein neues Internet einläuten – wir werden durch Googles Personalisierung künftig anders suchen, finden und wahrnehmen.

[Update, 23 Uhr]
Twitter beschwert sich bereits, dass Google mit der neuen Suche wie oben erwähnt, eigene Seiten vor anderen Seiten bevorzugt. Auf den Zug dürften in den nächsten Tagen diverse Redakteure und Verlage aufspringen.

Quo vadis, Google+

Wie viele aktive Nutzer hat Google+ wirklich? Diese Frage umtreibt aktuell nicht nur viele Social Media-Berater, sondern auch Firmen. Ausser Frage steht die Bedeutung des googl’schen Social Networks bei der Frage um den Einfluss auf den künftigen Suchmechanismus der Google-Suche. Hier sind in den kommenden Monaten Änderungen und Beeinflussungen zu erwarten. Doch daneben steht natürlich auch die Frage, wie viele Menschen man mit einer Nachricht auf Google+ erreichen kann – schließlich muss sich die Arbeit auf dem Netzwerk irgendwann in Reichweite auszahlen.

Klammheimlich hat sich Google+ seit seinem Start Mitte des Jahres zum weltweit drittgrößten sozialen Netzwerk gemausert – mit 150 Millionen aktiven Nutzern. Vertraut man den Zahlen des GlobalWebIndex wächst Google+ aktuell sogar schneller als Facebook in seinen Anfangszeiten – was allerdings wenig verwundert, wenn man die hervorragende Startposition für G+ bedenkt: Durch die Marktstellung kann Google sein Netzwerk massiv an die Nutzer bringen, während Facebook in seinen Anfangszeiten auf Mund-zu-Mund-Propaganda angewiesen und nur an einigen Universitäten in den USA aktiv war.

Es wird sich 2012 zeigen müssen, wo die Reise für Google+ hingeht. Fakt ist: Google setzt aktuell sehr viel auf die Karte “Google+” – das zeigt die Integration von Diensten, die Umstellung der bisherigen Google-Profile. Das Netzwerk wird über kurz oder lang seinen Einfluss auf die Suchergebnisse entfalten, spätestens dann sollten sich Firmen um einen Start auf dem Netzwerk machen. Im Moment kann man sich in der Beobachterrolle noch wohl fühlen, während man auf die ersten offiziellen Zahlen von Google zu den tatsächlichen Nutzer- und Wachstumszahlen wartet. Diese könnten schon bald im Januar veröffentlicht werden – ein halbes Jahr nach dem offiziellen Start des Netzwerkes.

Früher war mehr .gif

“Best viewed with Netscape Navigator 4.03″
Erinnern Sie, werter Leser, sich noch an Websites mit diesem Text am Ende der Seite. Mit animiertem Netscape Logo? Wenn Sie sich jetzt fragen: “Was ist Netscape?”, dann ist dieser Eintrag hier übrigens witzlos.

Das ‘Once Upon’ Kunst-Projekt von Olia Lialina und Dragan Espenschied hat YouTube, Facebook, and Google+ in der Zeit zurück geholt und präsentiert die Seiten so, wie wir sie 1997 in einem Netscape Browser gesehen hätten. Komplett mit Tabellen, Frames, kleinen animierten GIFs (Moment, schließen Sie hier bitte Google+ kurz aus ..) und natürlich auch der passenden Typografie.

Wie das aussieht? Sehen Sie hier. Vorsicht, Augenkrebs.


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