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Facebook mit Werbe-Offensivprogramm für kleinere Kunden.

Kleinvieh macht auch Mist. Das muss Facebook kurz vor dem anvisierten Börsengang jetzt auch einsehen. Und geht einen Schritt auf die Unternehmen zu, die keine 10.000 Euro im Monat an Werbebudget auf der Plattform investieren. So hoch lag die Summe bisher, um persönlichen Kontakt zu einem Werbebetreuer beim blauen Riesen zu bekommen.

Das ändert sich nun. Mit dem neuen “Start to Success”-Programm.
Diese Offensive richtet sich an Unternehmen mit kleinerem Werbebudgets. Laut Information auf der zugehörigen Facebook-Seite erhalten interessierte Unternehmen im Programm während der ersten vier Wochen persönlichen Telefonsupport von einem Facebook-Experten sowie einen Gutschein über 40 Euro, den sie probeweise in Werbung investieren können. Unternehmen, die sich für die Initiative bewerben, sollen binnen 28 Werktagen von Facebook kontaktiert werden.
Einzige Bedingung für die Teilnahme: Es müssen mindestens 40 Euro Tagesbudget während den ersten 30 Tagen eingesetzt werden, in der Gesamtsumme also 1200 Euro Monatsbudget.

Facebook vor Börsengang – jetzt wird’s Ernst.

Die Tech-Szene starrt gebannt nach Kalifornien. Denn Facebook macht ernst. Und geht an die Börse.
Das Unternehmen will Milliarden einsammeln. Es wird die Sensation des Jahres. Die FAZ wirft einen Blick auf die Details und zeigt, wie der Börsengang funktioniert.

Was Anleger und Investoren von Facebook erwarten können, skizziert Unternehmensgründer und -chef Mark Zuckerberg in einer Präsentation für potentiellen Anleger.

Facebook: Neue AGB sorgen für Kritik.

Facebook und der Datenschutz vs. die Datenschutzbeauftragten in Deutschland. Ein stetig anhaltender Kampf der Kulturen.

Nachdem Facebook am Donnerstag seine ‘Datenverwendungsrichtlinien’ geändert hat, nehmen die beiden Datenschutzbeauftragten von Hamburg und Schleswig-Holstein, Johannes Caspar und Thilo Weichert, mit dem Social Media-Riesen in die Kritik: “Statt Informationen und Wahlmöglichkeiten zu verbessern, werden die Nutzer weiter an der Nase herumgeführt”, heisst es in einer gemeinsamen Erklärung der beiden Experten. Kern der Kritik: Künftig will Facebook laut den neuen AGB auch ohne Rückfrage Nutzerdaten, die mit anderen Mitgliedern geteilt werden, an Apps weiterreichen und für Werbung nutzen.
Wie schon in der Vergangenheit treten die neuen AGB ohne große Verkündung durch Facebook in Kraft, dass sie sich überhaupt ändern bekommen Nutzer nur mit, wenn Sie selbst Fan der Facebook-Seite Facebook Site Governance sind. Und auch künftig sollen Änderungen der Geschäftsbedingungen möglichst stillschweigend geschehen – dies macht eine kleine Passage in dem rund 37.000 Zeichen umfassenden Dokument deutlich: “Deine weitere Nutzung von Facebook nach Änderungen an unseren Bedingungen bedeutet gleichzeitig dein Akzeptieren unserer geänderten Bedingungen.”

Den Datenschützern fehlt die Möglichkeit der Nutzer ihre Daten selektiv freizugeben, ebenso sieht Thilo Weichert wenig Aufklärung seitens Facebook, welche Daten genutzt werden können, und welche Konsequenzen die automatisierte Datenverarbeitung hat.

Die Änderungen bei Facebook, Erklärung der Datenschutzbeauftragten, heise, Spiegel

Happy Birthday, Facebook

Acht Jahre alt wurde das weltgrößte Social Network am Sonntag. Am 04.02.2004 stellte Mark Zuckerberg die erste Version des Netzwerkes unter thefacebook.com ins Netz. Der Start einer Erfolgsgeschichte, die sich wohl nur mit jener einer kleinen Suchmaschine namens Google vergleichen lässt.
allfacebook.de hat einen Blick in die Geschichtsbücher geworfen und gibt einen Überblick über die wichtigsten Entwicklungsstationen von Facebook – der nächste bedeutende dürfte der bevorstehende Börsenstart des Netzwerkes sein.

FC Bayern verärgert Fans mit über-inszeniertem App-Launch.

Die Idee ist nicht dumm: Mit einer neuen Facebook-Applikation will der FC Bayern seine Fans würdigen und zeigen, wie wichtig sie dem Verein sind. Doch der Auftakt zur Bekanntgabe konnte nicht schlechter laufen – den hat der Verein nämlich gehörig über-inszeniert.

Die “The New FCB Star” benannte App erlaubt es Fans, in die Rolle eines Spielers beim Bundesliga-Spitzenverein zu schlüpfen. In mehreren Etappen (die nächste, das ‘Training’ wird in 12 Tagen starten) soll der Nutzer als Offensiv-Spieler ins Team integriert werden.

So gut die Applikation gemacht ist, so viel Empörung löste die Vorstellung der App bei den Fans aus. Denn der Verein kündigte heute Vormittag die spektakuläre Verpflichung eines neuen Offensiv-Spielers an, was nicht nur auf Twitter zu diversen Spekulationen führte – so fragten Nutzer bspw. Redaktionen an, ob die bereits etwas wüßten. Um 14 Uhr startete dann eine Online-Pressekonferenz, die exklusiv auf Facebook übertragen wurde. Im Video kündigen Markus Hörwick, Pressesprecher des Vereins, Christian Nerlinger, Sportdirektor, und Philipp Lahm, Mannschaftskapitän, den neuen Kollegen an – der kann “aus Gründen” leider nicht live dabei sein. Am Ende des kurzen Videos jedoch wird ein Bild des neuen Spielers gezeigt – das Profilbild des Facebook-Nutzers.
Anschließend geht es mit Video-Aussagen einiger FCB-Stars weiter, die den neuen “Spieler” begrüßen, und Name sowie Profilbild werden in verschiedenen Medien im Video gezeigt.

Der Coup für die App und die App selbst sind gut, doch mit dem Kernthema “neuer Spieler” sollte man Fussballfans zum Ende der Transfer-Saison offenkundig nicht unbedingt foppen. Soviel Gespür hätte bei dem Thema beim Verein durchaus vorhanden sein müssen. Insgesamt versammelt der FCB 2,7 Mio. Fans auf seiner Facebook-Seite. Eine recht große Zahl derer fühlt sich von der Form der Verkündung eher ‘veräppelt’ und lädt seinen Frust aktuell im Sekundentakt auf der Pinnwand des Vereins ab.

Mit der neuen App will der FC Bayern unterstreichen, wie wichtig die Fans ihm sind: Der Fan als Zwölfter Mann, mit der traditionsreichen “8″ auf dem Rücken. Der Auftakt ist etwas schief gegangen – Aufmerksamkeit jedoch hat er generiert. Wird sich zeigen, wie die Fans in 12 Tagen auf die nächste Inszenierungsstufe ansprechen.

Die Wut der Fans rührt offenkundig vor allem daher, dass der Verein mit einer von vielen Fans gesehenen Not spielt – so fehlt den Fans offenbar ein weiterer Offensiv-Star im Team. Diese Not für PR-Zwecke zu nutzen ist in keiner Sportart eine gute Idee. Hier hätte es unter Umständen etwas mehr Sensibilität seitens der Vereinskommunikatoren bedarf. Unabhängig von diesem Punkt kann man den FCB eigentlich nur loben – sowohl App als auch Inszenierung sind im Grunde durchaus gelungen und gute Ideen. Die Aktion und Reaktion zeigt nur deutlich, dass eine gute Idee leider nicht alles ist – man sollte die eigenen Fans auch soweit kennen, dass man nicht mit ihrer Not spielt.

Facebook erweitert Wortschatz: Neue Apps zeigen, was Nutzer ‘tun’

Facebook hat am Donnerstag mehrere neue “Verben” eingeführt und den OpenGraph final eingeführt.

Auf der hauseigenen Entwicklerkonferenz f8 hatte man neben der neuen Profil-Ansicht im letzten September auch die Einführung einer neuen App-Schnittstelle bekannt gegeben. Diese hat man am Donnerstag nun offiziell breitflächig eingeführt. Die “OpenGraph” benannte Schnittstelle lässt eine neue Art der Kommunikation zwischen Applikationen und dem eigenen Profil zu. So können Nutzer künftig Dinge nicht mehr nur mögen oder lesen sondern auch “haben wollen”, “probieren” oder “sehen” – die Applikationen können über den neuen Zugang mehr Daten weitergeben und interaktiver teilen.

Mit den neuen Möglichkeiten sollen sich Reisen, Essen oder Konsum-Entscheidungen noch leichter kommunizieren und das eigene Profil lebendiger wirken lassen.
Das Stichwort hier ist “frictionless sharing” – die Applikationen teilen Informationen selbständig und publizieren so bspw. via Facebook, welche Musik man gerade hört, welchen Ort man besucht oder was man gerade ist. Unterschied zum bisherigen “Querposten”, wenn sich bspw. auf Foursquare eincheckt: Es wird kein Eintrag innerhalb des Newsstreams erstellt. Die so gewonnen Informationen laufen ausschließlich über den neuen Ticker bei Facebook und werden im Profil unter dem Namen der Applikation/Tatigkeit zusammengefasst.

Den Start machen rund 60 Applikationen, von sozialen Zeitungen über Shopping-Applikationen bis hin zu Schnittstellen zu Shopping-Plattformen.

Leseempfehlung: Volker Weber erklärt in der c’t, wie die neuen Apps funktionieren, und
Facebook zum Lebens-Log wird.

Facebook sichert sich Brasilien – überholt Googles Orkut

Kennen Sie ‘Google Orkut’? Keine Angst, wenn Sie das Netz erst nach 2004 kennen gelernt haben, müssen Sie sich keine Sorgen machen, wenn Sie es nicht kennen.
Google Orkut erblickte im Januar 2004 das Licht der Online-Welt. Und ist ein Social Network. Eines von Google.
Glauben Sie nicht? Tun sie es, denn es ist wahr. Und Orkut ist noch immer online. Nur kennen werden es die wenigsten noch. Denn das in seiner “Google-Freizeit” von Entwickler Orkut Büyükkökten gebaute Netzwerk erlebte nach seinem Boom um Einladungen im Frühjahr 2004 schnell wieder ein Aufmerksamkeitsende. Zumindest in der westlichen Welt. Das Land, in dem Orkut bis heute vor Facebook das führende soziale Netzwerk blieb, ist Brasilien.

Bis heute. Denn jetzt – endlich, mag man in den Facebook-Büros aufatmen – hat der blaue Riese den magentafarbenen Dinosaurier (der seit seinem Launch im wesentlichen unverändert blieb) eingeholt.

Laut den aktuellen comScore-Zahlen konnte Facebook seine Nutzerbasis in Brasilien im letzten Jahr um nahezu 200% ausbauen – und Orkut damit einholen. Demnach kommt Facebook im Dezember auf 36,1 Mio. Besucher, während Googles Orkut auf 34,4 Mio. Besucher kam – beide Netzwerke wachsen übrigens, Googles Orkut zuletzt nur eben langsamer als der Wettbewerber.

Damit ist Facebook das führende Netzwerk weltweit. In den relevanten Märkten ist das Netzwerk – Brasilien ist das fünft größte ‘Social Networking Land’ – jetzt führend. Allein in China, Japan, Südkorea, Vietnam, Polen und Russland sind es (noch) lokale Vertreter, welche die Nase vorn haben.

Jahr 2012 startet mit Arbeit für Facebook-Entwickler.

Willkommen im neuen Jahr – wünschen wir all jenen, die dank katholisch geprägter Arbeitswelt erst heute wieder zur Arbeit antreten. Wir hoffen, die letzten drei Wochen waren eine entspannende Zeit – wir bei medienrauschen haben sie zur intensiven Meditation und Akku-Wiederaufladung für 2012 genutzt.

Für alle Entwickler von Facebook-Applikationen geht das neue Jahr mit etwas Streß los. Denn: Facebook hat ein wenig Arbeit vorbereitet.
Dort gab es in den letzten Wochen diverse kleine Änderungen, die große Wirkung haben.
Unsere Kollegen bei allfacebook.de haben diese wie immer fein säuberlich dokumentiert (Chapéu!), womit wir uns damit begnügen, die Änderungen nur zu verlinken – wozu hat Ted Nelson sich vor 47 Jahren schließlich den Kopf zerbrochen und Hyperlinks erfunden?

  • Facebook-Applikationen nutzen künftig keine App-Profile mehr, sondern bekommen normale Seiten als Heimatort – wie man umzieht, und was man ab 01. Februar (der “Du musst bis dahin umgezogen sein”-Deadline) beachten muss.
  • Die zur letzten F8 angekündigten neuen “Verben” neben “gefällt” – aka, der neue Open Graph – startet jetzt langsam. Zeit, sich damit zu beschäftigen
  • OAuth 2.0 ist jetzt Pflicht!
  • Und: Facebook behebt das lästige Scrollbar-Problem bei Applikationen, die in Seiten gehängt werden. Wie es gemacht wird.

Guten Start ins neue Arbeitsjahr!

Facebook wächst weiter.

Wächst. Und Wächst. Und wächst: Facebook hat im Jahr 2011 seine Nutzerbasis in Deutschland von 13,9 auf 22,1 Millionen aktive Nutzer verstärkt. Basierend auf der 2011er Onlinestudie von ARD/ZDF sind damit insgesamt 43% der deutschen Onliner beim Social Network #1 (insgesamt online in DE: 51,7 Mio. Menschen). Die Zahlen haben die Kollegen von allfacebook.de zusammengestellt.

Insgesamt wächst Facebook in Deutschland noch immer massiv und zieht Nutzer von anderen Netzwerken ab, u.a. vom früheren deutschen Vorzeigenetzwerk StudiVz – hier kämpft man seit Monaten mit hohen Verlusten.

Google+ sollte man im neuen Jahr nicht aus den Augen lassen. Das Netzwerk des Suchmaschinen-Primus Google wächst nach seinem Start vor einigen Monaten weiterhin. Paul Allen dokumentierte die Zahlen vor ein paar Tagen. Google selbst bleibt Zahlen weiterhin schuldig. Allen geht in seiner kurzen Analyse von einem weiteren Wachstum aus, ob das Netzwerk aber auch so aktiv genutzt werden wird, wie es bei den Nutzern auf Facebook der Fall ist, wird sich zeigen müssen (siehe unseren Eintrag Quo Vadis, Google+).

Falscher Populismus: Aigner feuert erneut gegen Facebook.

Die Philosophie, die hinter Timeline steht, ist absurd. Facebook fordert die Nutzer auf, ein öffentliches Lebensarchiv anzulegen. Das ist eine Farce. Die Aufforderung, die letzten Datenlücken im Internet schnell zu schließen, ist genau das Gegenteil dessen, was wir unter Medienkompetenz verstehen: sparsam mit persönlichen Daten umzugehen.

Bundesverbraucherministerin Ilse Aigner (CSU) kündigt im Handelsblatt an, sich auf europäischer Ebene für einen strengeren Datenschutz in sozialen Netzwerken einsetzen zu wollen.

Nein, liebe Frau Aigner, die neue Facebook Timeline ist nicht absurd. Ihre Aufregung darum ist es. Datenschützer müssen lernen, weniger über Unternehmen zu schimpfen, als mehr Menschen aufzuklären. Wie wäre es zum Beispiel, wenn Sie sich – statt in den populistischen Kampf gegen einen Trend zu ziehen – für das Unterrichtsfach “Medienkompetenz” im Schulunterricht einsetzen? Übrigens hat Medienkompetenz nichts mit dem Verschweigen von Informationen zu tun. Das, werte Frau Aigner, ist nicht nur eine Fehlannahme, sondern auch entgegen dem aktuellen Trend. Sie sollten das wissen. Medienkompetenz hat etwas mit Informiertheit zu tun. Damit, verantwortungsvoll mit seinen persönlichen Daten umzugehen. Damit, zu wissen, was passiert und passieren kann, wenn man persönliche Informationen – Namen, Bilder, Daten – im Internet veröffentlicht. Das ist Medienkompetenz.
Gegen etwas populistisch vorzugehen, gehört zur Politik. Aber es nützt niemandem – Ihnen in den Augen der Netzgemeinde nicht, Ihrer Arbeit nicht und denjenigen, für die Sie “kämpfen”, auch nicht. Denn das Thema Datenschutz muss in einer globalen Welt von Seiten der Verbraucher kompetent gehandhabt werden, das Internet denkt nicht in nationalen Zonen. Im Gegensatz zu ihrem irischen Amtskollegen, der ebenfalls beim Unternehmen ansetzt, haben Sie mit ihrem populistischen Ansatz bisher wenige Ergebnisse vorzuweisen. Datenschutz fängt im Internet allerdings bei den Nutzern, weniger bei den Unternehmen an – der Zug via Gesetz handeln zu können, ist bereits vor Jahren abgefahren.

Thomas Gigold


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