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Apple will das Schulbuch-System und Lernen revolutionieren.

Am Donnerstag präsentierte Apple das, was das Unternehmen selbst als die Zukunft des Schulbuches sieht. Und das, was Steve Jobs letztes großes Vermächtnis sein dürfte, der in seiner Biografie aufschreiben ließ, als nächstes den Schulbuchmarkt verändern zu wollen.

Mit den drei kostenfreien Programmen iBooks 2, iBooks Author und der iTunes U App präsentiert Apple Programme, mit denen vor allem Schüler und Studenten künftig lernen sollen.
iBooks 2 ermöglicht das konsumieren von Büchern auf Apple-Geräten, im Vergleich zur bisher bekannten Version können nun auch interaktive Elemente in die E-Books eingebunden werden.
iBooks Author bietet eine Desktop Publishing-Oberfläche, mit deren Hilfe einfach interaktive E-Books erstellt und anschließend via Apple-eigenem E-Book Store verteilt werden können.
iTunes U stellt eine einheitliche Oberfläche zur Verfügung, unter der man Unterrichtsmaterialien – Audio-, Video- und Buch-Material – verwalten kann.

Apples Vision: “Der Schüler der Zukunft hat ein iPad”. Steve Jobs hatte in seiner Biografie betont, ohne Bildung wäre er nicht dort angelangt, wo er am Ende beruflich stand – deshalb wolle er den Zugang zu Bildung vereinfachen. Mit den jetzt vorgestellten Tools macht es Apple in der Tat einmal mehr leicht Inhalte zu erstellen. Diese einfache Erstellung von eigenen Inhalten war trotz der engen Grenzen der Plattformen und Zugänge immer auch ein Augenmerk Apples – mittels GarageBand konnte einfach Musik erstellt werden, mittels iMovie Filme, … Jetzt eben Bücher, virtuelle.

Ob Apple mit der neuen Offensive den Markt für Schulbücher wirklich in einer Art revolutioniert, wie es dem Unternehmen bisher bei Musik und Filmen gelungen ist, wird sich zeigen müssen. Die Vielfalt an Anbietern, Abnehmern, Ansprüchen und nicht zuletzt auch die Vielzahl involvierter Lehrer dürfte eine ähnliche Erdrutschbewegung unwahrscheinlich machen.

Wie die anzunehmende E-Book Flut im Apple Ökosystem gemanagt wird, bleibt abzuwarten. Ein Erstes Fazit zieht Felix Schaumburg.

Jobs Biografie: Bundesverband kritisiert deutsche Übersetzung.

Sie hat Tausende Gabentische geschmückt und steht seit Wochen an der Spitze der
Bestsellerlisten: die Biografie des Apple-Gründers Steve Jobs.
Ursprünglich für einen späteren Veröffentlichungstermin geplant, schob man den Verkauf des Buches nach dem überraschenden Tod Jobs soweit nach vorn, wie nur irgend möglich. Eine Entscheidung, die für den Abverkauf und die trauernden Apple-Fans nur positiv sein konnte. Für die sechs Übersetzer in Deutschland bedeutete sie jedoch vor allem eins: Überstunden. Und die machen sich offenkundig in der Qualität bemerkbar, wie der Bundesverband der Dolmetscher und Übersetzer e.V. jetzt in einer Mitteilung bemängelt.

Nun kann man darüber streiten, ob das relevant sei oder nicht doch zu kleinbürgerlich. Oder wie viele Leser sich eventuell über einen Satz wie diesen wunderten: “Für Steve Jobs beginnt der Aufstieg zum strahlenden Olymp der Erfinder mit dem Bericht über zwei Elternpaare und die Kindheit in einem Tal, das gerade lernte, wie man Silikon in Gold verwandelt.” Wo die Geschichte erst anfängt, hört sie für die Übersetzer bereits auf – der Satz beinhaltet nämlich bereits zwei gravierende Mängel.
“Sein Aufstieg beginnt mit dem Bericht über zwei Elternpaare?”, fragt der Verband in der aktuellen Pressemitteilung (PDF) spitz. Und bemängelt mit den Worten ihres Pressesprechers
Alexander Heyn (zu Recht): “Das englische silicon (Silizium) und der deutsche Begriff Silikon sind sogenannte ‘falsche Freunde’, auf die man schon im Übersetzerstudium hingewiesen wird!

Der Verband bemängelt die handwerkliche Arbeit der Übersetzer und geht massiv mit ihnen ins Gericht. Nicht nur hätte man nicht sauber gearbeitet, auch geben die Fehler zum Teil ein falsches Bild über Jobs wieder.

“Die Steve Jobs-Biografie macht uns sehr deutlich bewusst, dass zwischen uns als Leser und dem Autor noch eine weitere, ungemein wichtige Instanz steht: der Übersetzer”, so der Verband in seiner Mitteilung.

Eine Liste der Fehler, oder die genaue Anzahl derer, bleibt der Verband im übrigen schuldig, verweist jedoch darauf, dass in der zweiten Auflage einige der bemängelten Dinge bereits behoben wurden.


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