Steht Entwicklern ein zweiter Browserkrieg ins Haus?
Google trennt sich von der Browser-Engine Webkit, und Opera folgt. Die vereinte bisher Opera, Googles Chrome und Apples Safari – Entwickler konnten so davon ausgehen, dass die Render-Maschine unter der Browseroberfläche für einigermaßen übereinstimmende Interpretationen ihres Codes sorgt. Das könnte in einigen Monaten nicht mehr so sein.
Google kündigt nun an, statt auf Webkit künftig auf Blink zu setzen. Blink wird ein Abspaltung von Webkit, behält also die Status Quo einigermaßen bei, entwickelt sich künftig jedoch eigenständig weiter. Während allein aus taktischen Gründen die Abspaltung bei Google nicht zu überraschend kommen dürfte, ist der Wechsel von Opera hin zum neuen Blink durchaus eine.
Webkit ist ein OpenSource “Unterbau” für Browser. Durch die eigene Abspaltung hiervon verspricht sich Google eine Verschlankung des eigenen Chrome-Browsers, ausserdem könnten neue Features so künftig schneller umgesetzt werden.
Ob Entwickler wie im ersten Browserkrieg zwischen Netscape und Microsoft nun wieder mit Sorgenfalten im Gesicht arbeiten müssen, darf jedoch bezweifelt werden. Alle Browser-Hersteller sind heute in weiten Teilen so weit geprägt, sich an geltende Standards zu halten und Entwicklungen auch unter Berücksichtigung der Entwicklergemeinde zu realisieren. Spannend dürfte es jedoch für den Endanwender werden. Der nächste Browserkrieg wird sich indes wohl auch weniger um Desktop-Rechner als vielmehr um Tablets drehen.



