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Die Mehrheit der Deutschen kann mit den Begriffen der Digitalwirtschaft nichts anfangen. Obwohl in Wirtschaft und Presse viel von Wearables oder dem Internet der Dinge geredet und geschrieben wird, sind die Begriffe 80 Prozent und mehr der Bundesbürger nicht geläufig. In einer Umfrage von TNS Infratest können sie die Begriffe zumindest nicht erklären.

Den Begriff “Social Media” können nur knapp 40 Prozent der repräsentativ 1.003 Befragten erklären, mehr als einem Drittel der Befragten ist er eigenen Angaben zufolge gänzlich unbekannt.

EMNIDbusse / TNS Infratest

Wer digitale Begriffe in einem breiten Umfeld nutzt sollte sein Gegenüber abholen und die Begriffe auch mit einer Erklärung oder Verdeutlichung in Form von Beispielen versehen.
Oftmals vergessen Digital-Arbeiter und -Journalisten, dass Begriffe wie Smart Home zwar in der Wirtschaft etabliert sind, bei Konsumenten aber noch keine Bedeutung haben oder Verständnisprobleme auslösen.

Bild: Pressureua | Dreamstime.com



Facebook: Social Plug-ins rechtswidrig

Setzen Unternehmen auf ihren Webseiten die von Facebook zur Verfügung gestellten Plug-ins wie den “Gefällt mir”-Knopf zur Verfügung, müssen sie Nutzer vorab darüber aufklären. Andernfalls könnte künftig eine Abmahnung drohen.

In einem Urteil mit – man kann sagen fatalen – Folgen hat das Landgericht Düsseldorf den strengen Datenschutz-Ansichten der Verbraucherzentrale NRW weitgehend Recht gegeben. Demnach ist der Einsatz der von Facebook zur Verfügung gestellten Social Plug-ins auf Webseiten außerhalb von Facebook.com in Deutschland rechtswidrig.
Hintergrund: Die Plug-ins würden ohne das Wissen oder die Einwilligung der Nutzer diverse Daten wie die IP der Nutzer an Facebook übermitteln und ein Cookie setzen. Dies, so das Gericht im Urteil (LG Düsseldorf, Urt. v.09.03.2016, Az. 12 O 151/15, Urteil als PDF) verstoße gegen geltende Datenschutzbestimmungen. Nutzer müssen zwingend vor der Datenübermittlung aufgeklärt werden – also bereits vor Aufruf des externen ‘Gefällt mir’-Knopfs zum Beispiel.

Faktisch ist das Urteil auf alle Embedded-Inhalte übertragbar – also zum Beispiel auch auf die Einbetten-Funktionen von Instagram, Facebook-Video und Co. Google hatte auf den Umstand bereits vor einiger Zeit reagiert: Dienste wie Google Analytics oder YouTube anonymisieren die IPs der Nutzer in gewissem Maße und sind so zumindest nach derzeitiger Ansicht konform mit den Datenschutzbestimmungen.

Kritisch am Urteil: Es öffnet die Tür für diverse Abmahnungen – sowohl vor datenschutzrechtlichem Hintergrund als auch wettbewerbsrechtlichem. Sowohl Nutzer, Verbraucherschutzverbände als auch Wettbewerber könnten das Urteil (wenn rechtskräftig) als Begründung für Abmahnungen herbei ziehen.
Rechtsanwalt Thomas Schwenke bewertet die aktuelle Lage in einem ausführlichen Beitrag auf allfacebook.de.

Noch ist das Urteil nicht rechtskräftig, wenn auch bereits vollstreckbar. Den Parteien stehen weitere Mittel zu – die nächste Instanz wäre das Oberlandesgericht Düsseldorf. In Anbetracht der Tatsache, dass die Beklagte (Fashion ID GmbH & Co. KG, Tochter von Peek & Cloppenburg) die eigene Webseite aber bereits angepasst hat, sieht es aktuell nicht danach aus. Insgesamt hatte die Verbraucherzentrale NRW sechs Unternehmen abgemahnt. Klage wurde auch gegen Payback eingereicht. Das Verfahren vor dem Landgericht München läuft noch und man darf gespannt sein, wie sich das LG entscheidet.



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Facebook erweitert den “Gefällt mir”-Knopf um eine Gefühlsebene.
Die neuen Reactions sollen die angestammte “Gefällt mir”-Funktion um mehrere einfache und empathische Möglichkeiten erweitern. Über sie kann ausgedrückt werden, welche Gefühle ein Beitrag genau auslöst.

Nach umfangreichen Tests, die Facebook seit einem Jahr in verschiedenen Ländern durchgeführt hat, startet die neue Funktion nun weltweit. Zum 24. Februar macht der Social Media-Riese die Funktion allen Nutzern zugänglich. Bis es mit dem eigenen Profil genutzt werden kann dauert es unter Umständen einige Stunden.

Community Manager können sich also auf Likes, Liebe, Gelächter, Erstaunen, Trauer und Wut als starke Reaktionen auf ihre Inhalte einstellen. Sie stehen künftig vor der Herausforderung, die entsprechenden Gefühle gezielt anzusteuern und wohl Trauer sowie Wut zu meiden …

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So funktioniert es:
Um eine Reaction zu erzeugen, hält man auf dem Handy einfach den Like-Button gedrückt und die verfügbaren Emotionen werden angezeigt. Auf dem Desktop genügt es mit dem Cursor über den Like-Button zu scrollen.

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Die Macher der Wirtschafts-Nachrichten-Seite Quartz haben in den zurückliegenden Jahren bereits gezeigt, dass sie Themen neu denken und Nachrichten-Vermittlung auf neue Ebenen führen. Dass sie mit diesen Ideen oftmals richtig liegen zeigen diverse Portale, die sich offenkundig von Quartz inspirieren lassen. Die Krautreporter zum Beispiel.

Nun könnte Quartz die nächste Inspirations-Quelle für große Nachrichten-Seiten erfunden haben.
Eine News-App, die vollkommen neu gedacht ist. Denn wer hier Nachrichten lesen will, muss selbst aktiv werden.

Die Quartz News-App agiert wie eine Messenger-App. Man schickt eine von zwei vorgegebenen Texten oder ein Smiley an die App und die App antwortet mit entsprechenden Informationen.

Beispiel:
Quartz News App

Die App schreibt also: “Schön gehört, dass …?”, der Nutzer fragt nach mehr (oder auch nicht) und die App reagiert entsprechend. So lernt Quartz, was Nutzer für Themen wollen und welche Sprache sie bevorzugen. Das Arbeiten mit Smileys, animierten gif und kleinen Wortwitzen gehört zum Konzept. Quartz will sein wie ein Freund, der einem etwas erzählt – weg vom Konsum, hin zum Austausch.

Sechs Redakteure übersetzen Nachrichten zum Start in das neue Chat-Format. Und jeder, der schon einmal einen Messenger auf dem Smartphone benutzt hat, sollte damit zurecht kommen.

Das neue Format ist sicherlich nicht geeignet, um sich einen schnellen Überblick zu verschaffen. Vielmehr will es der freundliche Nachrichten-Überbringer zwischendurch und für Schlagzeilen sein.

Inspirieren lassen haben sich die Macher der App vom Spiel Lifeline sowie der App Lark, wie Chefredakteur Zachary M. Seward in einem ausführlichen Beitrag zur App erklärt.
Diese Apps vermischen den Charakter der erfolgreichen Messenger mit einem Ziel – täuschen so eine gewisse Intelligenz und Interaktion vor.

Zumindest in den ersten Minuten geht das Konzept von Quartz auf. Es macht Spaß Nachrichten auf diese Weise zu konsumieren. Auch Push-Nachrichten kann die App versenden und verspricht dabei, nicht aufdringlich zu sein. Es wird sich über die kommenden Tage im Test zeigen, ob das Konzept auch nachhaltig begeistern kann.

Die App gibt es vorerst nur für iOS (iPhone) Gerät. Als erster Werbekunde ist MINI mit an Bord.



Twitter ist tot? Alles Quatsch!

“Das Ende von Twitter”, prophezeit Joshua Topolsky, Co-Gründer von The Verge und Vox Media, in einem recht ausführlichen Artikel auf The New Yorker. Damit stimmt Topolsky in einen Chor ein, der in den letzten Wochen mit zunehmender Dramatik die Entwicklungen bei Twitter in einem Klagelied besingen.
Das Unternehmen versucht auf Druck seiner Investoren nach möglichen neuen Ansätzen für weiteres Wachstum und ruft dabei zahlreiche Hobby-Kaffeesatzleser auf den Plan.
Dabei scheint es dem Unternehmen – trotz “Manager-Exodus’” und Diskussionen um neue Features – so schlecht nicht zu gehen. Zumindest, wenn man einem Fakt aus der USA Today glaubt: Denn immerhin 412 Jahre könnte der Dienst mit den vorhandenen Kapitalreserven bei aktuellen Nutzerzahlen einfach so weiter laufen.
Diese und andere Fakten trägt Anthony De Rosa als Replik auf Topolsky zusammen und zeigt auf, dass Twitter noch weit von einem Tod entfernt ist.

Aber was bringen die ganzen Diskussionen eigentlich? Außer Wirbel für den Twitter-Aktienkurs?

Ich bin es irgendwie leid, mir jede Woche aufs Neue diesen Quatsch reinzuziehen. Wenn die so viel Geld haben, dann sollen die doch einfach entweder das Ding dicht machen und das Geld spenden. Oder aber sich frei machen von diesem ganzen Scale-Wahnsinn und einfach einen guten Service liefern. Was ist denn eigentlich los mit dieser Welt?

Martin Giesler will die quälend langweilige Diskussion zum möglichen und unausweichlichen Ende von Twitter nicht mehr führen, schreibt er im Social Media Watchblog. Und vielleicht wäre das auch für Twitter und Journalisten mal eine Anregung. Einfach einmal aus dem Strudel aus Ohh!, Ahh! und Um-Himmels-Willen! aussteigen. Als einer der Top-Social Media-Netzwerke aber steht Twitter unter besonderer Beobachtung und CEO Jack Dorsey wird in den kommenden Wochen nicht nur auf die Technologie und Nutzer von Twitter achten müssen, sondern auch vermehrt auf die die Wirkungen seiner Worte und Handlungen nach außen …



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