Fairness gefragt: Plugin erweitert Googles soziale Suche.

Mit dem Start seiner sozialen Suche, die Ergebnisse anhand der eigenen Google+-Informationen aufwertet, bevorzugt Google klar die Inhalte aus dem eigenen Netzwerk vor allen anderen Seiten. Ein Fakt, der nicht nur bei manchem Nutzer für kritische Stimmen sorgt – auch Twitter wetterte nur wenige Stunden nach der Ankündigung der neuen Suche massiv gegen Google. Brisant: Google hatte einen Vertrag über die Live-Einbindung von Tweets in die Suchergebnisse zuvor auslaufen lassen.

Nun haben sich unter der Initiative “Focus on the User” nach eigenem Bekunden “einige Entwickler von Twitter, Facebook und MySpace” zusammen getan und liefern ein Browser-Plugin, dass die soziale Suche Googles um Angaben aus ihren Netzwerken erweitert. Dabei werden keine Live-Daten ausgegeben – vielmehr greift das Plugin die normale Suche von Google nach Ergebnissen ab und bindet diese wieder in die Google-Ergebnisseite ein. Man nutzt so im Grunde Google gegen Google und zeigt, wie man sich eine wirklich soziale Suche vorstellt, die alle Dienste fair behandelt.

Interessant am Rande übrigens: Die Entwickler geben sich auf der Website nicht zu erkennen. Von wem die Initiative nun ausgeht, und welche Entwickler wirklich daran beteiligt sind, lässt sich aktuell also nicht sagen. Fakt ist, das Plugin macht auf einen Umstand aufmerksam, der eine gewisse Brisanz hat – Google als (in der westlichen Welt) am häufigsten genutzte Suchmaschine hat die Macht, Nutzer weg von anderen Plattformen hin zum eigenen Netzwerk Google+ zu lenken. Eine Stellung, die nicht nur Wettbewerber zu denken geben sollte.

Streit um Facebook-Fanpages: IHK Schleswig-Holstein klagt gegen ULD

Ist das Betreiben einer Facebook-Seite oder die Einbindung der Social Plugins von Facebook datenschutzrechtlich zulässig? Die Vertreter des Unabhängigen Landeszentrum für Datenschutz Schleswig-Holstein (ULD) denken nicht. Und begnügten sich in den letzten Monaten nicht nur mit entsprechenden Hinweisen in der Öffentlichkeit und Anfragen im Landtag, sondern verschickten im Dezember auch erste Verwarnungen und Abmahnungen. Eine davon ging an die Arbeitsgemeinschaft der IHKn Flensburg, Kiel und Lübeck. Die IHK Schleswig-Holstein hatte die ULD im Dezember um eine entsprechenden Abmahnung gebeten, um auf rechtlichem Weg dagegen vorgehen zu können. Das tut der Verband jetzt. Dabei steht in dem Verfahren im Vordergrund, die rechtliche Situation um den Einsatz von datenschutzrechtlich eventuell nicht mit dem deutschen Recht kompatiblen Social Netzworks zu klären. Keine leichte Aufgabe, die dem Gericht da aufgebürdet wird, doch die IHK will ein Ergebnis, dass den Weg für Unternehmen vorzeichnet. Darf man als Unternehmen eine Facebook-Seite betreiben oder die Social Plugins des Netzwerkes einsetzen?

Die IHK vertritt in Schleswig-Holstein rund 175.000 Unternehmen und sieht, würde man den Forderungen des ULD nachkommen, der aufgrund seiner landesrechtlichen Grenzen nur gegen Unternehmen und Vereinigungen in Schleswig-Holstein vorgehen kann, eine starke wettbewerbsrechtliche Beschränkung gegenüber Unternehmen in den anderen Bundesländern.

Anfang Dezember hatte der schleswig-holsteinische Landtag in einem juristischen Gutachten (PDF) den von der ULD vertretenen Standpunkt kritisiert, vertritt damit eine gegensätzliche Auffassung zur landeseigenen Datenschutzbehörde.

Swen Wacker vom landesblog.de verfolgt den Fall seit geraumer Zeit und hat eine Reihe von Artikeln dazu geschrieben – eine Leseempfehlung für all jene, die sich mit dem Thema auseinander setzen (wollen/müssen/…).

Gottschalk Live!, und das Netz ist begeistert.

Gestern feierte Thomas Gottschalk seinen Einstand bei der ARD. Nicht mit einer großen Abendshow, sondern mit seiner “Early-Latenight” Gottschalk Live!. Insgesamt wurde in den letzten zwei Jahren wohl kaum eine Show/Sendung mit so viel Spannung erwartet, wie diese. Und die Premiere glückte – den größten Kritikpunkt des Abends lieferte nicht Gottschalk, sondern die ARD: Die Show wirkte dank häufiger Werbeunterbrechungen (die typisch für die Uhrzeit in der ARD sind) und des Wetterblocks stark zerstückelt und gehetzt.

Gottschalk selbst lieferte eine Sendung ab, für die ihm alle Ehre gebührt – Wulff-, Koch-, und Eurorettungsschirm-frei, wie er versprach (und zumindest in der ersten Sendung hielt). Gut vorbereitet und auf die ihm typisch non-chalante Art erklärte er nicht nur den Tag, sondern auch die Internet-Einbeziehung in seine Sendung. Auffällig gerade dabei: Gottschalk spielte nicht den Oberlehrer, sondern den Kumpel, der den Computer und das Netz erklärt (“Irgendwann werde ich Ihnen erklären, was Hashtag bedeutet.”) – eine Art, die dem um die Sendezeit ankommt. Und dazu versprach Gottschalk: “Ich werde, das verspreche ich Ihnen, nach jeder Sendung eine halbe Stunde hier im Netz unterwegs sein [...] und würde dann sagen, was Sie von mir wissen wollen – erfahren Sie. Weil, wenn Sie die Sendung gucken, dann haben Sie das verdient.

Und so zeigt sich auch das Netz durchaus begeistert: “Ein besseres Format hätte Gottschalk nicht passieren können, eine bessere Sendung hätte dem Fernsehen auch nicht passieren können — und irgendwann werden wir auch merken, dass es das Beste ist, was dem Netz im deutschen Fernsehen bisher passiert ist”, fasst Medienexperte Daniel Fiene seine ersten Eindrücke von Thomas Gottschalks erster ARD-Sendung gestern Abend zusammen. Und Thomas Knüwer stimmt ein: “[mit der neuen Sendung hat Gottschalk] das Zeug, mehr für die Medienkompetenz der Deutschen zu tun als der Großteil der Restmedien im vergangenen Jahrzehnt.”
Etwas härter geht Sven Wiesner ins Gericht mit der Crew von Gottschalk: “Die Chance Social Media in eine Live-TV-Sendung wirklich effektiv und vor allem inhaltlich wertvoll zu integrieren wurde im ersten Anlauf leider verspielt. Mit Anfängerfehlern, denn ein Communitymanagement fand praktisch nicht statt, die Masse des Nutzerfeedbacks wurde scheinbar unterschätzt, teilweise bewusst ignoriert.” Im zugehörigen Blog-Artikel erläutert Wiesner ausführlicher wieso er zu dem Ergebnis kommt. In der Tat schaffte es während der gesamten Sendung auch nur ein Tweet ins Fernsehen, für eine interaktive Sendung muss hier sicherlich noch ein wenig mehr passieren.

Das Medienmagazin DWDL fällt am Ende der Sendung eine ausgewogene Kritik, in der vor allem die “Zerstückelung” der Show kritisiert wird. Will die ARD Gottschalk auf dem Sendeplatz wirklich eine Chance geben, sollte sie die Werbeformalitäten ihres Vorabends massiv überdenken.

Ob Gottschalk wirklich die erste erfolgreiche Verknüpfung zwischen Web und TV herstellen kann, bleibt abzuwarten – Daniel Fiene und Thomas Knüwer sind sich sicher, dass er es kann. Dafür allerdings benötigt Gottschalk Zeit. Am Premierenabend schauten 4,34 Millionen Deutsche zu – für den Sendeplatz ein Spitzenergebnis für die ARD. Allerdings wird sich erst noch zeigen müssen, wie viele davon in den kommenden Wochen übrig bleiben. Auf Facebook hat die Sendung, die sich im sozialen Netzwerk äußerst aktiv zeigt, im Moment etwas über 16.000 Fans – hier ist noch Platz nach oben. Abzuwarten bleibt, was der tägliche Sendungsstreß mit einem Thomas Gottschalk und die Quotenerwartertungen der ARD mit der Sendung machen. Reden wir in 100 Tagen noch einmal – so lang gibt man zumindest einer Regierung im neuen Amt, Gottschalk hätte als einer der großen Moderatoren in Deutschland eine ähnliche Schonzeit absolut verdient.

Die erste Sendung vom gestrigen Abend lässt sich für sieben Tage in der ARD Mediathek abrufen.

Google lockert Klarnamen-Regel für Google+

Since launch we’ve listened closely to community feedback on our names policy“, schreibt Bradley Horowitz, Produktmanager für Google+, in einem aktuellen Eintrag. Mit diesem beugt sich Google dem Wunsch einer spezifischen Nutzergruppe, welche in den letzten Monaten hart mit der “Klarnamen-Regel” des Social Networks ins Gericht gegangen war.
Nun will Google in seinem Netzwerk auch die Angabe eines Nickname zulassen, was natürlich ein Unterschied zu einem Pseudonym ist (John “Maggie” Smith wäre ein Nickname, ein Pseudonym wäre ein Phantasienamen ohne Verbindung zum Original-Namen); Pseudonyme sollen nur dann zugelassen werden, wenn man diese nachweislich bereits in der Öffentlichkeit nutzt. Das dürfte für die meisten Internet-Nutzer eine Hürde sein, die sie so schnell nicht überwinden können. Somit ist dieser Schritt für die Gegner des Zwangs zur Angabe eines echten Klarnamens noch kein richtiger Sieg. Aber ein Schritt in die Richtung. Eine, deren Weg noch nicht verstellt ist. Denn am Ende seines Eintrags versichert Horowitz auch: “Today is a small step towards improving the ways in which you can communicate your identity on Google+. We will be listening to feedback from the community and will continue to refine all aspects of how we handle names and identity over the coming weeks, months and beyond.

Nebenbei übrigens bleibt eine eventuelle Änderung des Namens nicht auf Google+ beschränkt: “It’s important to remember that when you change your name in Google+, you’re changing it across all services that require a Google Profile“, was bedeutet: Maggie im obigen Beispiel wird auch in allen anderen Google-Services als Maggie sichtbar werden – bspw. in Google Mail oder der Suche, wenn er Freunden Inhalte empfiehlt.

Generell sollte man bei der Nutzung von Google+ konkret – egal ob es sich nur um die Angabe des Namens, oder der von Interessen handelt – immer auch im Kopf haben, dass sich die Suche von Google weiter auf das eigene Profil ‘einschießen’ wird und künftig entsprechende Anpassung von Ergebnissen vornimmt. Auch der Gedanke, ob man wirklich von den Spieler-Kumpels seines Alter-Ego ‘Knufortius’ aus WOW in G+ kommunizieren und auffindbar sein will, sollte eine Rolle bei der Änderung des Namens spielen. Wie immer, ist auch hier eine Differenzierung des Nutzungszwecks notwendig. In der Wahrnehmung etabliert sich Google+ neben Facebook eher als “seriöses” Netzwerk mit weniger Spaß-Inhalten. Ob sich dieser Trend auch bei zunehmender Nutzerbasis und einer kommenden offenen API halten kann, muss sich noch herausstellen.

Apple will das Schulbuch-System und Lernen revolutionieren.

Am Donnerstag präsentierte Apple das, was das Unternehmen selbst als die Zukunft des Schulbuches sieht. Und das, was Steve Jobs letztes großes Vermächtnis sein dürfte, der in seiner Biografie aufschreiben ließ, als nächstes den Schulbuchmarkt verändern zu wollen.

Mit den drei kostenfreien Programmen iBooks 2, iBooks Author und der iTunes U App präsentiert Apple Programme, mit denen vor allem Schüler und Studenten künftig lernen sollen.
iBooks 2 ermöglicht das konsumieren von Büchern auf Apple-Geräten, im Vergleich zur bisher bekannten Version können nun auch interaktive Elemente in die E-Books eingebunden werden.
iBooks Author bietet eine Desktop Publishing-Oberfläche, mit deren Hilfe einfach interaktive E-Books erstellt und anschließend via Apple-eigenem E-Book Store verteilt werden können.
iTunes U stellt eine einheitliche Oberfläche zur Verfügung, unter der man Unterrichtsmaterialien – Audio-, Video- und Buch-Material – verwalten kann.

Apples Vision: “Der Schüler der Zukunft hat ein iPad”. Steve Jobs hatte in seiner Biografie betont, ohne Bildung wäre er nicht dort angelangt, wo er am Ende beruflich stand – deshalb wolle er den Zugang zu Bildung vereinfachen. Mit den jetzt vorgestellten Tools macht es Apple in der Tat einmal mehr leicht Inhalte zu erstellen. Diese einfache Erstellung von eigenen Inhalten war trotz der engen Grenzen der Plattformen und Zugänge immer auch ein Augenmerk Apples – mittels GarageBand konnte einfach Musik erstellt werden, mittels iMovie Filme, … Jetzt eben Bücher, virtuelle.

Ob Apple mit der neuen Offensive den Markt für Schulbücher wirklich in einer Art revolutioniert, wie es dem Unternehmen bisher bei Musik und Filmen gelungen ist, wird sich zeigen müssen. Die Vielfalt an Anbietern, Abnehmern, Ansprüchen und nicht zuletzt auch die Vielzahl involvierter Lehrer dürfte eine ähnliche Erdrutschbewegung unwahrscheinlich machen.

Wie die anzunehmende E-Book Flut im Apple Ökosystem gemanagt wird, bleibt abzuwarten. Ein Erstes Fazit zieht Felix Schaumburg.

Jobs Biografie: Bundesverband kritisiert deutsche Übersetzung.

Sie hat Tausende Gabentische geschmückt und steht seit Wochen an der Spitze der
Bestsellerlisten: die Biografie des Apple-Gründers Steve Jobs.
Ursprünglich für einen späteren Veröffentlichungstermin geplant, schob man den Verkauf des Buches nach dem überraschenden Tod Jobs soweit nach vorn, wie nur irgend möglich. Eine Entscheidung, die für den Abverkauf und die trauernden Apple-Fans nur positiv sein konnte. Für die sechs Übersetzer in Deutschland bedeutete sie jedoch vor allem eins: Überstunden. Und die machen sich offenkundig in der Qualität bemerkbar, wie der Bundesverband der Dolmetscher und Übersetzer e.V. jetzt in einer Mitteilung bemängelt.

Nun kann man darüber streiten, ob das relevant sei oder nicht doch zu kleinbürgerlich. Oder wie viele Leser sich eventuell über einen Satz wie diesen wunderten: “Für Steve Jobs beginnt der Aufstieg zum strahlenden Olymp der Erfinder mit dem Bericht über zwei Elternpaare und die Kindheit in einem Tal, das gerade lernte, wie man Silikon in Gold verwandelt.” Wo die Geschichte erst anfängt, hört sie für die Übersetzer bereits auf – der Satz beinhaltet nämlich bereits zwei gravierende Mängel.
“Sein Aufstieg beginnt mit dem Bericht über zwei Elternpaare?”, fragt der Verband in der aktuellen Pressemitteilung (PDF) spitz. Und bemängelt mit den Worten ihres Pressesprechers
Alexander Heyn (zu Recht): “Das englische silicon (Silizium) und der deutsche Begriff Silikon sind sogenannte ‘falsche Freunde’, auf die man schon im Übersetzerstudium hingewiesen wird!

Der Verband bemängelt die handwerkliche Arbeit der Übersetzer und geht massiv mit ihnen ins Gericht. Nicht nur hätte man nicht sauber gearbeitet, auch geben die Fehler zum Teil ein falsches Bild über Jobs wieder.

“Die Steve Jobs-Biografie macht uns sehr deutlich bewusst, dass zwischen uns als Leser und dem Autor noch eine weitere, ungemein wichtige Instanz steht: der Übersetzer”, so der Verband in seiner Mitteilung.

Eine Liste der Fehler, oder die genaue Anzahl derer, bleibt der Verband im übrigen schuldig, verweist jedoch darauf, dass in der zweiten Auflage einige der bemängelten Dinge bereits behoben wurden.

Wo wir mobil hinsurfen.

Was machen Smartphone-Besitzer eigentlich mit ihren Geräten? Außer Telefonieren?
Sie checken E-Mails, das Wetter und Statusmeldungen ihrer Freunde.
Das ergibt eine Erhebung von comScore.

Insgesamt wertete man die mobilen Aktivitäten mehrerer tausend Handynutzer (über 13 Jahre) aus. Demnach nutzen rund 23% der Smartphone-Besitzer ihr Handy, um persönliche E-Mails zu checken. Dahinter in der Nutzungshäufigkeit kommt das Abfragen von Wetterinformationen, Social Networking (18%), News-Konsum und die Nutzung einer Suchmaschine.
Sieht man sich das Wachstum der Nutzungshäufigkeit zwischen November 2010 und November 2011 an, so legte die Nutzung von Social Networks um 72% zu, und wächst damit deutlich stärker als jede andere Tätigkeit.
Nicht in den Top10 der häufigsten Nutzung liegt aktuell noch mobiles Shopping – hier verweist die Studie jedoch auf ein Wachstum von 67 Prozent im letzten Jahr hin. Bei den Wachstumsbereichen liegt Retail damit auf Platz 2.

Die gesamte Studie, welche Daten aus dem gesamten europäischen Raum enthält, stellen comScore und beteiligte Unternehmen im Rahmen der M-Days, der Kongressmesse für das mobile Internet, am 1. und 2. Februar 2012 in Frankfurt am Main vor.

Kim Schmitz: Schon wieder hinter Gittern / FBI schließt Megaupload.

Das ging schnell: Nur vier Wochen, nachdem sich Dot Com-Blasen-Tausendsassa Kim Schmitz als heroer Sieger über die Musikbranche wieder an die Öffentlichkeit traute, steckt er wieder hinter Gittern.

Einem Bericht des Wall Street Journal nach, hat das FBI in einer global koordinierten Aktion den Filehoster Megaupload – den Schmitz gegründet haben soll – still gelegt und mehrere Personen festgenommen, vier davon in Neuseeland, darunter Schmitz selbst. Die Server von Megaupload.com sind nicht mehr erreichbar.

Megaupload gilt als einer der beliebtesten Filehoster weltweit und rangiert unter den trafficstärksten Seiten – Nutzer können Dateien ablegen und über den Link mit (Un)Bekannten teilen. In der Regel werden derlei Hoster vor allem genutzt um illegal Musik und Filme zu teilen. Den Verantwortlichen von MegaUpload wird entsprechend Online-Piraterie in großem Maße vorgeworfen. So soll Megaupload für einen Schaden von mindestens 500 Mio. US-$ bei Rechteinhabern gesorgt haben, während es selbst mind. 175 Mio. US-$ verdiente.

Die NYTimes bestätigt, dass Kim Schmitz unter den in Neuseeland Festgenommenen ist. Im Zuge der Razzia kommt ein weiteres Detail an die (breite) Öffentlichkeit: Offenbar fungierte der Musik-Produzent Swizz Beatz als CEO von Megaupload.com. Beatz, mit bürgerlichem Namen Kasseem Dean, wurde in der Anklageschrift nicht genannt, das Management von Dean konnte gegenüber der FT keine Auskunft über Deans Involvierung bei Megaupload geben und lehnt eine Stellungnahme entsprechend ab. Aktuell ist Dean mit Alicia Keys verheiratet.

Das FBI betont in seinem Bericht, die Aktion stehe in keinem zeitlichen Zusammenhang mit der SOPA-Abstimmung in der US-Regierung. Grundtenor der SOPA und PIPA-Initiative ist vor allem, dass gegen die Urheberrechtsverletzungen im Netz ohne die eingebrachte Vorlage keine Handhabe bestehe. Das FBI hat mit der geballten Aktion in den USA, Hong Kong (Sitz der Megaupload Ltd.) und Neuseeland auf beeindruckende Weise gezeigt, dass es durchaus handlungsfähig ist. Ein Umstand, der in der Netzgemeinde in den kommenden Tagen, bis zur Abstimmung in den USA, noch für einiges an Furore sorgen dürfte.

Auf Twitter wurde “Megaupload” binnen kurzer Zeit zum Trending Thema weltweit. Die Webseiten von Universal Music sowie Justice.gov waren gegen Mitternacht nicht mehr erreichbar. Via Twitter verbreitete sich die Meldung, die Gruppe Anonymous plane Attacken als “Vergeltungsangriffe” auf Behörden und Unternehmen, die in die Schließung von MegaUpload involviert waren. Daneben sollen die Websites von Fürsprechern der SOPA-Vorlage ebenfalls attackiert werden.

Der Artikel wurde zwischen 21:55 und 23:40 mehrere male editiert und mit weiterführenden Links und Informationen versehen

Facebook erweitert Wortschatz: Neue Apps zeigen, was Nutzer ‘tun’

Facebook hat am Donnerstag mehrere neue “Verben” eingeführt und den OpenGraph final eingeführt.

Auf der hauseigenen Entwicklerkonferenz f8 hatte man neben der neuen Profil-Ansicht im letzten September auch die Einführung einer neuen App-Schnittstelle bekannt gegeben. Diese hat man am Donnerstag nun offiziell breitflächig eingeführt. Die “OpenGraph” benannte Schnittstelle lässt eine neue Art der Kommunikation zwischen Applikationen und dem eigenen Profil zu. So können Nutzer künftig Dinge nicht mehr nur mögen oder lesen sondern auch “haben wollen”, “probieren” oder “sehen” – die Applikationen können über den neuen Zugang mehr Daten weitergeben und interaktiver teilen.

Mit den neuen Möglichkeiten sollen sich Reisen, Essen oder Konsum-Entscheidungen noch leichter kommunizieren und das eigene Profil lebendiger wirken lassen.
Das Stichwort hier ist “frictionless sharing” – die Applikationen teilen Informationen selbständig und publizieren so bspw. via Facebook, welche Musik man gerade hört, welchen Ort man besucht oder was man gerade ist. Unterschied zum bisherigen “Querposten”, wenn sich bspw. auf Foursquare eincheckt: Es wird kein Eintrag innerhalb des Newsstreams erstellt. Die so gewonnen Informationen laufen ausschließlich über den neuen Ticker bei Facebook und werden im Profil unter dem Namen der Applikation/Tatigkeit zusammengefasst.

Den Start machen rund 60 Applikationen, von sozialen Zeitungen über Shopping-Applikationen bis hin zu Schnittstellen zu Shopping-Plattformen.

Leseempfehlung: Volker Weber erklärt in der c’t, wie die neuen Apps funktionieren, und
Facebook zum Lebens-Log wird.

“Digital First” – Bastei Lübbe vertraut dem E-Book

Mit einem neuen Verlagsprogramm ‘Digital First’ setzt Bastei Lübbe auf die Kraft der digitalen Publikationen. In diesem Jahr will der Verlag sein Engagement im Bereich E-Books massiv ausbauen und eine Edition an Büchern auflegen, die ihre Erstveröffentlichung exklusiv als E-Book feiern.
Die Bücher sollen dabei in Form von Apps, E-Books, Audio-Downloads oder Read-&-Listen-Versionen erscheinen.

Mit seiner Vatikanthriller-Serie “Apocalypsis” hatte Bastei Lübbe im letzten Jahr erstmals ausgiebig mit einem digitalen Buchformat experimentiert, das etwas mehr bietet als pure Textseiten. Offenbar war man mit der Resonanz zufrieden.

Die neuen Bücher sollen sowohl in Inhalt, als auch Format, auf die “digitale Zielgruppe zugeschnitten” sein, und sollen für möglichst alle gängigen Geräte verfügbar gemacht werden.

Passend zur digitalen Offensive: Der SWR widmet sich in einem Beitrag dem Thema E-Books und Recht. Autor Henning Hooss klärt zusammen mit Rechtsanwältin Katharina Winter: “Wem gehört mein E-Book?