medienrauschen, das; [Nomen] – ein Weblog rund um Neues und Lesenswertes aus den Themenbereichen Medien und Social Media

LinkedIn rollt Blog-Funktion aus

Das Soziale Business-Netzwerk LinkedIn erlaubt seinen Mitgliedern ab sofort auch das Bloggen auf der Plattform und wirbt als „*Definitive Professional Publishing Platform*“ für sich.

Wer aktiv bei LinkedIn veröffentlicht kann das künftig nicht mehr nur mit kurzen Statusmeldungen tun. Das Netzwerk will seine Kunden jetzt auch zum Bloggen animieren. Die Funktion, welche von einer handverlesenen Auswahl von Promis bereits seit einem Jahr genutzt werden kann, soll in den kommenden Monaten Stück für Stück an die 277 Millionen Nutzer ausgerollt werden. Unter linkedin.com/today können LinkedIn-Mitglieder ab sofort Themen und Nutzern folgen, die sie interessieren.

Welche Vorteile ein Nutzer vom Bloggen auf LinkedIn hat, bleibt unklar. Der deutsche Wettbewerber Xing hatte eine ähnliche Funktion – die „Xing Themen“ erst im September 2013 eingestellt, weil sich die Nutzer für längere Inhalte ausserhalb von Foren nicht interessierten. Die „Xing-Blogs“ konnten zumindest deutsche Nutzer nicht überzeugen – bleibt abzuwarten, ob das neue Feature auf LinkedIn rege genutzt wird …

in Praxis, am Thomas Gigold

Huffington Post in Deutschland: Erfolg ist relativ

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Die Huffington Post Deutschland dürfte das wohl ernüchterndste Projekt eines deutschen Verlagshauses in den letzten Jahren sein. Mit vielen Vorschusslorbeeren und jeder Menge Kritik aus Blogger-Kreisen im Oktober 2013 gestartet, kommt das Projekt nicht so recht in Fahrt. Signale und Diskussionen zumindest setzt die Tochter der erfolgreichen US-HuffPo nicht wirklich …

Nun allerdings scheint es einen Trend nach oben zu geben: erstmals steht die Huffington Post in der Auswertung von 1000flies in den Top 10 der Online-Medien, die über soziale Netzwerke am häufigsten geteilt werden.
Immerhin 323.000 soziale Signale konnte die unter dem Focus-Label fahrende Seite erzeugen und liegt damit gar noch vor dem Focus und der Frankfurter Allgemeinen.

Jedoch: es ist nicht, wie es scheint.
Denn der Erfolg beruht lediglich auf zwei einzelnen Texten – die zudem nicht einmal originäre deutsche Inhalte sondern lediglich Übersetzungen aus den USA sind: "Zwei übersetzte Texte der amerikanischen Autorin und Sonderpädagogin Rachel Macy Stafford bescherten der Huffington Post zusammen über 200.000 Flies", schreibt Jens Schröder in seiner Auswertung. Die beiden Texte "sorgten damit im Alleingang dafür, dass die HuffPo nicht um Platz 30 herum gelandet ist, sondern auf Rang 10".

Meister der sozialen Netzwerke ist nach wie vor Spiegel Online. Die Hamburger konnten Artikel und Inhalte insgesamt 1,3 Millionen mal über soziale Medien von Menschen verteilen lassen.

Es ist ein langer, steiniger Weg, den die Huffington Post da seit Oktober beschreitet. Vom berufenen Messias des Online-Verlegens ist sie noch weit entfernt. Ob es daran liegt, dass die HuffPo hierzulande nicht als Underdog sondern Burda-Kind startete?

Downworthy ist nur ein Browers-Plugin, aber Du wirst nicht glauben, was es mit Headlines wie dieser macht!

Eine neue, virale Krankheit greift in der Aufmerksamkeitsökonomie des Internets um sich: virale Headlines.

Artikelüberschriften wie: “Diese Frau kündigte auf kreative Weise, aber Du wirst nicht glauben, wie ihr Chef antwortete” oder “Du wirst nicht glauben, was aus diesem Cheesburger geworden ist, der im Müll gefunden wurde!” oder “Lies, warum Singen am Arbeitsplatz Dein Leben verbessert!”

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Die bombastischen Überschriften verbreiten sich über Plattformen wie BuzzFeed oder ViralNova und erobern zunehmend auch Blogs.
Dank Downworthy gibt es jetzt ein kleines, feines – und nicht ganz ernst gemeintes – Gegenmittel. Zumindest so lang, bis diese aberwitzige Form der “Boah, schau mal – ich muss dir unbedingt was Geiles erzählen”-Headlines vorbei ist. Das Plugin ist kostenlos, funktioniert aktuell leider jedoch nur auf englisch.

Was es tut: Es ersetzt einfach Worte.
So wird aus “Amazing” einfach “Barely Noticeable”, oder aus “You Wont Believe” wird “In All Likelihood, You’ll Believe” …
Eine Liste aller Ersetzungen findet ihr auf der Seite von Downworthy.
Leider nur für Chrome – Firefox- und Safari-Nutzer müssen noch eine Weile mit den gigantomanisch übertriebenen Headlines auskommen.

in Praxis, am Thomas Gigold

Die Angst vorm Blogger geht um

Wir müssen unseren Berufsstand schützen!

Carsten Zorger, Leiter der Pressestelle des Deutschlandradio, macht sich Sorgen, dass von ihm titulierte “Premium-Blogger” den Journalisten und Journalismus bedrohen könnten.

angst

Alte Feindbilder, die da in der aktuellen Debatte aufbrechen. Ausgelöst wurde diese, weil Bloggern die Akkreditierung für den journalistischen Zugang zum Bundestag verwehrt wurde. Daraufhin fragte radiowatcher.de-Betreiber Ekki Kern diverse Radiosender an, wie sie eigentlich “zu diesen Bloggern” stünden. Das Ergebnis gibt es auf radiowatcher, eine Betrachtung bei Tobias Gillen zu lesen.

Übrigens.
Ein Journalist laut Definition des Deutschen Journalisten Verbandes ein Mensch, der “an der Verbreitung und Veröffentlichung von Informationen, Meinungen und Unterhaltung durch Massenmedien beteiligt” ist. Die Berufsbezeichnung Journalist ist in Deutschland rechtlich nicht geschützt und darf auch ohne entsprechende Ausbildung geführt werden.

Blogger vs. Journalisten.
Eine ewige Diskussion, die 14 Jahre nach den ersten deutschsprachigen Weblogs langsam beendet werden sollte … Get over it!

in Link, am Thomas Gigold

Bloggen. Wir nennen es Arbeit.

Das, was ich mache, nennt sich Arbeit. Auch, wenn sie für dich nicht so aussieht.

Ninia LaGrande schreibt in ihrem Blog über den Krux mit den Angeboten von Firmen an Blogger: Reichweite bezahlt keine Miete.

Das Thema Blogger Relations ist für eine zunehmende Zahl von PR-Profis ein wichtiges. Vergessen wird dabei meist oft, dass auf der anderen Seite des Monitors heute viele professionelle und semi-professionelle Blogger sitzen, die nicht nur um ihren Wert wissen, sondern mit diesem auch ihren Lebensunterhalt bestreiten. Man sollte sie deshalb nicht für dumm halten, oder verkaufen wollen.

in Praxis, am Thomas Gigold

Vom Verlag zum Content Anbieter: Guardian launcht ‘Labs’

Guardian Labs: wie der britische Guardian mit dem Thema Content Marketing Geld verdienen will

The Guardian, eine der führenden Zeitungen und Online-Angebote in UK, eröffnet mit den Guardian Labs eine neue Einheit, die sich dem Thema Content Marketing widmen soll.
Das 133 Leute starke Team soll dem Verlag neue Einnahmequellen generieren – vorrangig durch den Verkauf journalistischer Expertisen. So soll für Unternehmen Rich Content erstellt und entsprechend vermarktet werden.

Auch auf der britischen Insel eröffnet das Thema Content Marketing einen blühenden Markt. Dass Firmen zunehmend ihre eigenen Inhalte erstellen und vermarkten hinterlässt vor allem im Anzeigenmarkt eine Lücke. Dem soll sich das neue Guardian Lab entgegenstellen.
Der Markt des „Branded Content“ nimmt stetig zu. Allein in UK sollen die Ausgaben auf Seiten der Unternehmen für Inhalte im Jahr 2014 massiv steigen.

Guardian Labs soll wie eine Agentur arbeiten und diverse für das Oberthema „Content Marketing“ notwendige Leistungen alle aus einer Hand anbieten. Dies umfasst die pure Erstellung von Inhalten ebenso wie die Verteilung und die Interaktion mit Communitys und Influencern. Erster Partner der neuen Verlags-Agentur ist Unilever.

in Praxis, am Thomas Gigold

Eigene Instagram Bilder archivieren

Instaport.me lässt Instagram-Nutzer ihre Fotos sichern

Als Instagram Nutzer ist man eigentlich in sicheren Händen, wenn es um die Dauerlebigkeit seiner Bilder geht. Weil Instagram mittlerweile zu Facebook gehört, ist es unwahrscheinlich, dass der Dienst von heute auf morgen mit der gesamten eigenen Fotowelt verschwindet.

Doch manchmal zwickt es einen doch. Und man will die eigenen Bild-Vermächtnisse (wieder) bei sich haben. Gut, nun braucht man nicht unbedingt all die Selfies und Ussies, aber vielleicht ist der ein oder andere Schatz ja darunter …

Mit Instaport.me ist es möglich die Bilder des eigenen Instagram Accounts zu sichern. Man meldet sich über den Dienst bei Instagram an und bekommt anschließend eine handliche .zip Datei zum Download.

… die Selfies muss man anschließend selbst aussortieren. Der Dienst lädt das gesamte Archiv herunter, eine Vorauswahl von Fotos ist (leider?) nicht möglich.
Für Instagram Nutzer ist Instaport ein schneller und bequemer Weg die eigenen Fotos zu sichern.

*Bild: Max Gemeinhardt, CC Lizenz

in Link, am Thomas Gigold

Facebook setzt auf Papier

Facebook Paper

Paper heisst eine neue App von Facebook, die Nutzern dabei helfen soll “Geschichten sowie Nachrichten von Freunden und aus aller Welt” zu entdecken.

Die App bricht mit der Newsfeed-Ansicht von Facebook und ist – wie das etwas erfolglose Facebook Home – vor allem auf Bild-Inhalte ausgelegt.

Die App ahmt dabei das Verhalten des vielgelobten Flipboard nach – man kann Themen und Freundeskreise bestimmen, die Nachrichten dieser werden dann in einzelnen “Kapiteln” oder Büchern zusammengefasst und optisch ansprechend aufbereitet angezeigt. Dabei spielt die zeitliche Reihenfolge weniger eine Rolle als ggf. im Newsstream selbst. Die App bricht mit bisherigen Nutzerverhalten auf Facebook. Neben dem reinen Konsum können Nutzer über sie auch Inhalte selbst erstellen. Einen tieferen Blick in die App selbst gibt re/code in einem Beitrag.

Die App soll ab 03.Februar für iOS zur Verfügung stehen, der Roll-Out erfolgt erst in den USA. Europa soll “später” folgen.

in Praxis, am Thomas Gigold

Unternehmensblogs fehlt es an Nutzen

In einer Studie stellt sich heraus: Corporate Blogs mangelt es an Interaktion. Grund ist die mangelnde Leserorientierung.

Jochen Mai stellt auf seinem Blog karrierebibel die wohl umfangreichste Studie zu Unternehmensblogs von DAX30-Unternehmen in Deutschland vor. Dabei offenbart die Studie eine geringen Interaktionsrate in allen Corporate Blogs. Ein Zeichen der mangelnden Akzeptanz? Oder vielmehr Trend – schließlich haben auch etablierte Blogs mit chronischem Kommentarmangel zu tun – Nachrichten und Beiträge werden heute vorrangig in sozialen Netzwerken diskutiert.

Gerade die fehlende Leser-Orientierung bemängelt Netz-Berater Nico Lumma in Unternehmensblogs. Viele seien einfach deutlich zu selbstverliebt: „*insbesondere deutsche Unternehmensblogs strotzen vor Langeweile*.

Um gerade diese Langweile zu bekämpfen, sollte die Studie Mais für alle Unternehmensblog-Betreiber und -Autoren Pflichtlektüre sein. Zeigt sie doch auf, was Leser wirklich interessiert …

in Praxis, am Thomas Gigold