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Twitter

Am 21. März 2006 setzte Jack Dorsey die erste öffentliche Meldungen über einen Dienst namens Twttr ab. Ein erstes Lebenszeichen von dem Unternehmen, dass Dorsey gemeinsam mit Evan Williams, Biz Stone und Noah Glass aus der Taufe gehoben hatte.
Ein Kurznachrichtendienst, gedacht als auf SMS basierendes Social Network.
Der Rest ist – bemüht man die bekannte Plattitüde – Geschichte.

Eine mit vielen Windungen. Und doch: Twitter ist aus dem Leben und der Kommunikation viele heute nicht mehr wegzudenken. Journalisten und Nutzer sind dank Twitter bei vielen Ereignissen heute schneller, persönlicher und näher informiert als dies vor einigen Jahren noch möglich gewesen wäre.

Twitter, dieser Opa von Diensten wie Snapchat, wird 10 Jahre.

Ein richtiges Geschäftsmodell fehlt dem Unternehmen auch nach 10 Jahren noch immer. Getrieben von Investoren und Presse schaut man sich in den letzten Monaten dabei um, wie man die Verluste, die man trotz 2,2 Mrd. US-Dollarn Umsatz noch immer macht, verkleinern kann. Eine Lösung indes scheint fern …

Zum Jubiläum gibt das Unternehmen erstmals offizielle Zahlen für Deutschland bekannt. In einem Interview (1) verrät Deutschland-Chef Thomas de Buhr: Insgesamt zwölf Millionen aktive Nutzer gibt es hierzulande, Tendenz steigend. Dabei spricht Twitter jedoch von Nutzern, die man über Webseite, Integrationen und Apps erreicht – das sind nicht ausschließlich registrierte Nutzer, die die Plattform auch zum twittern nutzen (Interview 2 mit de Buhr).

Das auch – oder vor allem? -, weil Fernsehen, Sport und YouTube-Stars (Interview 3 mit de Buhr) die Nutzer auf die Plattform ziehen.

Zum 10-jährigen diskutiert das Netz heftig über eine dramatische Änderungen bei Twitter. Sah sich CEO Jack Dorsey vor wenigen Tagen dazu gezwungen, zu bestätigen, dass das traditionelle 140-Zeichen-Limit bestehen bleibt, führt das Unternehmen jetzt einen Algorithmus ein. Mit dem neuen – abschaltbaren – Feature will man bestimmte Inhalte außerhalb des Live-Streams, der Twitter ist, anzeigen.

Künftig will sich Twitter auf fünf Dinge konzentrieren, verrät de Buhr (in Interview 2):

Ein klarer Fokus auf das Kernprodukt.
Live-Streaming soll ausgebaut werden.
Mehr kreative Inhalte (kuratierte Inhalte wie Moments).
Eine sichere Plattform bieten.
Zusammenarbeit mit Entwicklern stärken.

Ob Twitter wirklich in einer Dauerkrise steckt?
„Ihr schreibt die Schlagzeilen, nicht wir“, kontert de Buhr bei Meedia.

Recht hat er wohl … Twitter ist im Hier und Jetzt verankert, lassen wir es dort und kümmern uns nicht um das Morgen des Dienstes.

Happy Birthday, kleiner Zwitscherdienst. Auf die nächsten 10 Jahre – oder 412, so lange zumindest sollen die Cash-Reserven Twitters noch reichen, um den Dienst weiter zu betreiben. Ich (@gigold, angemeldet seit 11. März 2007) freue mich, denn für mich ist Twitter im Alltag nach wie vor das Netzwerk Nummer 1, wenn es um den Austausch, das Informieren und rumsabbeln geht.



Snapchat hat jüngste Nutzerbasis

Snapchat ist die App des Jahres. Der Videodienst mit begrenzter Inhalte-Haltbarkeitsdauer erfreut sich derzeit einem großen Hype. Und das nicht nur unter Jugendlichen, sondern zunehmend auch unter Medienmachern und Firmen. Sie experimentieren mit Instant Content und richten sich über Snapchat an eine vornehmlich junge Nutzerschicht, die sie über andere Netzwerke wie Facebook derzeit kaum erreichen.

Offizielle Nutzerzahlen gibt Snapchat selten bekannt. Zuletzt sprach man von mehr als 100 Millionen aktiven Nutzern, 65 % der Nutzerbasis würden Inhalte teilen. Einer Hochrechnung von Priori Data zufolge ist Snapchat in Deutschland 2015 rund 5,6 Millionen Mal heruntergeladen worden. Näheres zu den Zahlen ist aktuell bei den Online Marketing Rockstars zu finden.

Ohne Überraschung aber mit gewissem Datenfutter hat GlobalWebIndex nun die Nutzerbasis für seinen GWI Social Report (kostenloses Summary hier) ermittelt.
Demnach verfügt Snapchat unter den derzeit fünf großen Messenger Apps über die jüngste Nutzerbasis. Satte 83 Prozent sind demnach unter 35 Jahre, unter den Teens ist die App faktisch konkurrenzlos.
Bei WhatsApp liegt der Anteil der Nutzer unter 35 Jahren bei 61 %, beim Facebook Messenger bei 65 % .

Snapchat verfügt über die jüngste Nutzerbasis
(Klick für großes Bild)
/via

Derweil haben Philipp Steuer (Autor des E-Books “Snap me if you can“) und Sven Giessen mit Snapgeist.com eine Plattform ins Leben gerufen, auf der man spannende Snapchatter finden können soll. Eingeteilt nach Kategorien hilft das Verzeichnis über den eigenen Freundeskreis hinaus interessante Personen (und damit Inhalte) zu finden.



Fotokiste - Instagram sortiert Fotos

Die chronologische Ordnung von Instagram wird Opfer des Erfolgs, den die Plattform hat. Sie wird abgeschafft. Dies teilt der Bilder-Dienst am Dienstag Abend in einem Blogbeitrag mit.

Demnach würden Nutzer im Schnitt rund 70 Prozent der Inhalte ihrer Freunde verpassen. Damit sie künftig zumindest nicht mehr “das Beste” verpassen führt Instagram nun einen Algorithmus ein. Dieser soll (vorerst) nicht dafür sorgen, dass Bilder aus dem Stream von Beiträgen verschwinden, sondern nur anders sortiert werden.

To improve your experience, your feed will soon be ordered to show the moments we believe you will care about the most.

Die neue Reihenfolge ist ein Zugeständnis an den eigenen Erfolg und wohl auch an die eigenen Möglichkeiten, Werbung zu schalten. Nutzer werden auf Instagram mit einer zunehmenden Anzahl an Accounts und Bildern konfrontiert. In der Folge sinkt das Engagement. Hier soll der neue Algorithmus gegensteuern.
Auf diese Weise – zuerst zu sehen, was einen interessiert – werden Nutzer länger in der App von Instagram gehalten und für mehr Engagement gesorgt.

Wie sich der Algorithmus auf einzelne Accounts auswirkt bleibt abzuwarten. Zu erwarten ist aber, dass sich der “Kampf” um gute Inhalte damit wie schon auf Facebook verstärkt. Zu Anfang dürften aber die erfolgreichen Accounts erst einmal aufgrund der höheren Engagment-Werte profitieren.

Man wolle auf jeden Fall zuhören, was die Nutzer von der neuen Funktion halten. So Instagram. Die neue Sortierung soll in kleinen Schritten über die kommenden Monaten an Testgruppen ausgerollt werden und dabei auch Anpassungen erfahren. Bis der eigene Account die Fotos tatsächlich anders sortiert kann also noch viel Zeit vergehen.

Derzeit sind laut eigenen Angaben rund 400 Millionen Nutzer auf Instagram aktiv, davon 75 % außerhalb der USA.



digitale-begriffe

Die Mehrheit der Deutschen kann mit den Begriffen der Digitalwirtschaft nichts anfangen. Obwohl in Wirtschaft und Presse viel von Wearables oder dem Internet der Dinge geredet und geschrieben wird, sind die Begriffe 80 Prozent und mehr der Bundesbürger nicht geläufig. In einer Umfrage von TNS Infratest können sie die Begriffe zumindest nicht erklären.

Den Begriff “Social Media” können nur knapp 40 Prozent der repräsentativ 1.003 Befragten erklären, mehr als einem Drittel der Befragten ist er eigenen Angaben zufolge gänzlich unbekannt.

EMNIDbusse / TNS Infratest

Wer digitale Begriffe in einem breiten Umfeld nutzt sollte sein Gegenüber abholen und die Begriffe auch mit einer Erklärung oder Verdeutlichung in Form von Beispielen versehen.
Oftmals vergessen Digital-Arbeiter und -Journalisten, dass Begriffe wie Smart Home zwar in der Wirtschaft etabliert sind, bei Konsumenten aber noch keine Bedeutung haben oder Verständnisprobleme auslösen.

Bild: Pressureua | Dreamstime.com



Facebook: Social Plug-ins rechtswidrig

Setzen Unternehmen auf ihren Webseiten die von Facebook zur Verfügung gestellten Plug-ins wie den “Gefällt mir”-Knopf zur Verfügung, müssen sie Nutzer vorab darüber aufklären. Andernfalls könnte künftig eine Abmahnung drohen.

In einem Urteil mit – man kann sagen fatalen – Folgen hat das Landgericht Düsseldorf den strengen Datenschutz-Ansichten der Verbraucherzentrale NRW weitgehend Recht gegeben. Demnach ist der Einsatz der von Facebook zur Verfügung gestellten Social Plug-ins auf Webseiten außerhalb von Facebook.com in Deutschland rechtswidrig.
Hintergrund: Die Plug-ins würden ohne das Wissen oder die Einwilligung der Nutzer diverse Daten wie die IP der Nutzer an Facebook übermitteln und ein Cookie setzen. Dies, so das Gericht im Urteil (LG Düsseldorf, Urt. v.09.03.2016, Az. 12 O 151/15, Urteil als PDF) verstoße gegen geltende Datenschutzbestimmungen. Nutzer müssen zwingend vor der Datenübermittlung aufgeklärt werden – also bereits vor Aufruf des externen ‘Gefällt mir’-Knopfs zum Beispiel.

Faktisch ist das Urteil auf alle Embedded-Inhalte übertragbar – also zum Beispiel auch auf die Einbetten-Funktionen von Instagram, Facebook-Video und Co. Google hatte auf den Umstand bereits vor einiger Zeit reagiert: Dienste wie Google Analytics oder YouTube anonymisieren die IPs der Nutzer in gewissem Maße und sind so zumindest nach derzeitiger Ansicht konform mit den Datenschutzbestimmungen.

Kritisch am Urteil: Es öffnet die Tür für diverse Abmahnungen – sowohl vor datenschutzrechtlichem Hintergrund als auch wettbewerbsrechtlichem. Sowohl Nutzer, Verbraucherschutzverbände als auch Wettbewerber könnten das Urteil (wenn rechtskräftig) als Begründung für Abmahnungen herbei ziehen.
Rechtsanwalt Thomas Schwenke bewertet die aktuelle Lage in einem ausführlichen Beitrag auf allfacebook.de.

Noch ist das Urteil nicht rechtskräftig, wenn auch bereits vollstreckbar. Den Parteien stehen weitere Mittel zu – die nächste Instanz wäre das Oberlandesgericht Düsseldorf. In Anbetracht der Tatsache, dass die Beklagte (Fashion ID GmbH & Co. KG, Tochter von Peek & Cloppenburg) die eigene Webseite aber bereits angepasst hat, sieht es aktuell nicht danach aus. Insgesamt hatte die Verbraucherzentrale NRW sechs Unternehmen abgemahnt. Klage wurde auch gegen Payback eingereicht. Das Verfahren vor dem Landgericht München läuft noch und man darf gespannt sein, wie sich das LG entscheidet.



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