medienrauschen, das; [Nomen] – ein Weblog rund um Neues und Lesenswertes aus den Themenbereichen Medien und Social Media

“Du Ziege!” – Mit diesem Spiel schlüpft man in die Haut des Mäh-ckertiers.

Männer die auf Ziegen starren mögen auch: Den Ziegen-Simulator. Ab 1. April auf Steam. Vielleicht.

Ziegen sind die neuen Katzen. Und wer schon immer einmal wissen wollte, was eine Ziege so ausgelassenes tut, wenn man ihr einen Menschen als Steuermann zur Tastatur gibt … der hat am 01. April die Möglichkeit es zu erfahren. Im Ziegen-Simulator.

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Goat Simulator is the latest in goat simulation technology, bringing next-gen goat simulation to YOU. You no longer have to fantasize about being a goat, your dreams have finally come true! WASD to write history.

Binnen drei Tagen hat es der Trailer zum Spiel immerhin bereits auf 3,3 Millionen Klicks gebracht.

Guten Start in die Woche wünscht medienrauschen

Die Vorhersage der Implosion Facebooks als neuer heißer Scheiß?

Hopp oder Top?

In einem (noch vor der WhatsApp-Übernahme entstandenen) Text über Facebook sieht Wolfgang Lünenbürger-Reidenbach – immerhin 'Digital Communications and Innovations'-Chef bei der Kommunikationsagentur achtung! – das Ende von Facebook nahen.
Fest macht er dies zum Beispiel an seinem elfjährigen Sohn, der zwar Instagram und YouTube, nicht aber Facebook nutze: "*Das Silo Facebook ist zu groß und komplex geworden, als dass es Schutzräume böte.*"

Nico Lumma, freier Berater und ebenso wie Lünenbürger-Reidenbach einer der vorderen Social Media Wellen-Surfer, erwidert die Prognose des Werbers mit einer Replik. In der wickelt er dem achtung!-Mann den Facebook-Vergleich mit AOL um den Hals und kommt zu dem Schluss: "*Facebook wird nicht implodieren, denn Facebook erfindet sich täglich immer wieder ein Stück weit neu.*"

Facebook Scheiße zu finden, scheint aktuell hipp in manchen Kreisen. Das Social Media Riese scheint zu straucheln: fern bleibende Jugendliche, gescheiterte Teil-Projekte wie Facebook Home, … Dabei vergisst man schnell, dass die Zahl der aktiven Facebook Nutzer noch immer einen positiven Trend aufzeigt. Ja, die Landschaft der Social Media Dienste fragmentiert zunehmend. Immer wieder versuchen neue Dienste um die Aufmerksamkeit der Nutzer zu buhlen. Doch Facebook ist – auch, dank dicker Brieftasche – der größte Sonnenstrand im Web. Mit Facebook, Instagram und nun auch WhatsApp gehören die drei Social Media-Wale des Fischbeckens zu nur einem Unternehmen.

Facebook wird bleiben. Es ist bereits das Google der sozialen Medien. Trotz der Tatsache, dass Teil-Projekte nicht aufgehen – wie zuletzt das mit offenbar großer Hoffnung veröffentlichte und sensationell gefloppte Facebook Home -, ist Facebook noch nicht am Ende. Ähnlich wie Google versteht es das Unternehmen Flops wegzustecken und zerbrochene Gläser schnell wegzufegen. Home ist letzten Endes für Facebook das persönliche Google Wave gewesen …

Schon jetzt wird der neue Share-Button für WhatsApp häufiger (auf Buzzfeed) genutzt, als der Twitter-Share-Knopf. Die mobile Nutzung und sinnvolle (auch Nicht-)Verbindung seiner Dienste ist für Facebook aktuell die große Herausforderung. Dabei kann und wird das Unternehmen nicht zuletzt auch von Google, AOL und Yahoo lernen.
2014 als das Implosionsjahr Facebooks zu sehen, ist vielleicht doch eher fehlinterpretierter Kaffeesatz …

Huffington Post in Deutschland: Erfolg ist relativ

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Die Huffington Post Deutschland dürfte das wohl ernüchterndste Projekt eines deutschen Verlagshauses in den letzten Jahren sein. Mit vielen Vorschusslorbeeren und jeder Menge Kritik aus Blogger-Kreisen im Oktober 2013 gestartet, kommt das Projekt nicht so recht in Fahrt. Signale und Diskussionen zumindest setzt die Tochter der erfolgreichen US-HuffPo nicht wirklich …

Nun allerdings scheint es einen Trend nach oben zu geben: erstmals steht die Huffington Post in der Auswertung von 1000flies in den Top 10 der Online-Medien, die über soziale Netzwerke am häufigsten geteilt werden.
Immerhin 323.000 soziale Signale konnte die unter dem Focus-Label fahrende Seite erzeugen und liegt damit gar noch vor dem Focus und der Frankfurter Allgemeinen.

Jedoch: es ist nicht, wie es scheint.
Denn der Erfolg beruht lediglich auf zwei einzelnen Texten – die zudem nicht einmal originäre deutsche Inhalte sondern lediglich Übersetzungen aus den USA sind: "Zwei übersetzte Texte der amerikanischen Autorin und Sonderpädagogin Rachel Macy Stafford bescherten der Huffington Post zusammen über 200.000 Flies", schreibt Jens Schröder in seiner Auswertung. Die beiden Texte "sorgten damit im Alleingang dafür, dass die HuffPo nicht um Platz 30 herum gelandet ist, sondern auf Rang 10".

Meister der sozialen Netzwerke ist nach wie vor Spiegel Online. Die Hamburger konnten Artikel und Inhalte insgesamt 1,3 Millionen mal über soziale Medien von Menschen verteilen lassen.

Es ist ein langer, steiniger Weg, den die Huffington Post da seit Oktober beschreitet. Vom berufenen Messias des Online-Verlegens ist sie noch weit entfernt. Ob es daran liegt, dass die HuffPo hierzulande nicht als Underdog sondern Burda-Kind startete?

New York Times Relaunch

Am 08. Januar werden Leiter und Mitarbeiter der Online-Redaktionen auf eine einzige Website starren: NYTimes.com.

Dann nämlich schicken sich die New Yorker an, ihrer Website einen Relaunch zu verpassen. Und nachdem die Erfinder der One Pager-Stories schon einmal den Weg neu erfunden haben, wie man online Geschichten erzählt, darf man gespannt sein.

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Auf einer Unterseite bereitet die New York Times schon einmal alle auf das Redesign vor und gibt einen Ausblick. Der dabei wohl aussergewöhnlichste Schritt: künftig will die Online-Redaktion darauf verzichten, Artikel auf mehrere Seiten aufzusplitten: “Our journalists strive bring you the definitive stories and now you can read them in a single scroll from top to bottom, without having to click to continue“. Auch Bilder wird die Redaktion größer einbinden, verzichtet dann jedoch darauf, diese in Klickstrecken zu packen, sondern bindet sie über die sog. Lightroom-Variante ein – Bilder werden dann als neue Ebene der gleichen Seite dargestellt.

Die Änderungen der NYTimes sind für eine “traditionelles” Newsseite durchaus tiefgreifend – und bewegt den News-Giganten zumindest technisch einige Lichtjahre von deutschen Angeboten weit weg. Hier ist das Rennen um Klickzahlen noch immer in vollem Gange, während sich die (mit einer Paywall ausgestattete) NYTimes scheinbar von ihm verabschiedet …

YouTube: Erfolg und Erfolgreiche (nicht nur in 2013)

Was macht YouTube aus? Und wer macht YouTube? Wer sind die erfolgreichsten deutschen Macher auf YouTube?

Über die erfolgreichsten deutschen YouTube-Kanäle, ihre Reichweite und ihren Traffic klärt Bertram Gugel in einem ausführlichen und lesenswerten Beitrag auf. Er zeigt anschaulich, wie und wo sich die Top-Anbieter unterscheiden. Zwar bildet es nur einen Ausschnitt der gesamten Szene ab, sollte für jeden YouTube-Interessierten und -Macher einen Blick wert sein.

Wie das Jahr 2013 auf YouTube überhaupt war, dass zeigt die Google-Tochter jetzt in ihrem traditionellen Jahresrückblick. Mit dem Rewind 2013 (für Deutschland) gibt es noch einmal einen Blick auf die angesagtesten Videos des Jahres auf YouTube – weltweit und in Deutschland angeführt von Ylvis. Die norwegischen Komiker dürften vom Erfolg ihrer Parodie “The Fox (What Does the Fox Say?)” ebenso überrollt worden sein, wie die Welt …

Möge der Filter mit Dir sein – Star Wars auf Instagram

Kinoserie startet mit Darth Vader-Selfie Account auf Instagram

Mit einem Selfie von Darth Vater startet Disney einen eigenen Account für Star Wars. Pünktlich zur Auffrischung der Weltraumsaga – ein von J. J. Abrams in Szene gesetzter siebter Teil der Kino-Serie soll 2015 in die Kinos kommen – startet Disney langsam mit ersten Marketing-Aktivitäten.

Interessant dürfte der Account für Fans werden, weil die ersten Motive schon jetzt einen Blick hinter die Szenen der kommenden Dreharbeiten versprechen. Aktuell sind auf dem neuen Instragram-Kanal ein Modell des Sternenzerstörers von 1977, eine “Behind the Scenes”-Aufnahme des Kampfes zwischen Darth Vader und Luke Skywalker und – wie geschrieben – das Vader-”Selfie” zu sehen.

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852 Instagram-Nutzer ergeben 1 Kurzfilm

Kameras sind im Jahr 2013 überall. Wir halten so viele Momente und Eindrücke per Foto fest, wie keine Generation vor uns. Allein via Instagram werden pro Tag 55 Millionen Bilder mit der Welt geteilt – Anfang 2013 waren es noch “nur” 40 Millionen.

Eben Instagram hat nun Thomas Jullien genutzt, um mit Hilfe von 852 weiteren Instagram-Nutzern einen Kurzfilm zu machen.
In 1:30 Minuten Zeit feiert Jullien die Bilder ab und zeigt neben Freiheitsstatue und Menschen u.a. auch das Brandenburger Tor.

Glücklich werden über das Video womöglich nicht alle 852 Instagram-Nutzer sein. Denn Jullien fragte vor der Nutzung der Bilder die Urheber nicht und schreibt auf der zugehörigen Seite lapidar: “If you are one of them, shout and I will add you to the credits.

„Selfie” ist das englische Wort des Jahres 2013

Als Herausgeber der renommierten Oxford-Wörterbücher hat die britische Universität Oxford das englische Wort des Jahres 2013 gekürt: Selfie.

Selfie des Autors

„Selfie” gilt als Kurzbegriff für jedes Foto-Selbstporträt, welches vorrangig mittels Smartphone aufgenommen und über soziale Medien ins Netz gestellt wird.
Einer aktuellen Studie zufolge nutzten die Art der Selbstinszenierung vor allem junge Menschen. Die aus England stammende Erhebung zeigt, dass es sich bei rund 30 Prozent aller Fotos, die 18- bis 24-Jährige mit ihren Smartphones machen, um Selbstporträts handelt. Dabei liegen die Gründe für Selfies nicht unbedingt (nur) in Eitelkeit begründet, wie Jakob Steinschaden auf Netzpiloten.de beleuchtet.

Das Word „selfie“ erschien Angaben des Oxford Dictionaries erstmals 2002 in einem australischen Online-Forum. Von dort habe sich das Wort um 2004 auf Flickr verbreitet und sei 2012 in der Nutzung sprichwörtlich explodiert.

Das ‚gefälltmir‘ Blog der Süddeutschen widmet sich in einer eigenen Kategorie den besten oder seltsamsten Selfies. Über die Plattform Statigram, welche Instagram-Bilder und Tags zugänglich macht, findet man aktuell 57 Millionen Bilder mit dem Hashtag „#selfie“. Dabei ist der Trend nicht nur ernstzunehmend, Tumblr-Blogs wie Selfies at Funerals machen sich über die zuweilen auch unbedachten Augenblicke, in denen die Selbstaufnahmen entstehen, lustig.

Dinovember: Kindern die Magie des Alltags bewahren

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Spätestens seit Toy Story wissen wir alle, dass Spielzeug zum Leben erwacht, wenn Menschen nicht hin schauen. Genau diesen Gedanken pflanzt Refe Tuma im November in die Welt seiner Kinder: jede Nacht in diesem Monat widmen Tuma und seine Frau sich der Aufgabe, die Spielzeug-Dinosaurier ihrer Kinder lebendig werden zu lassen.

Die Gummitiere haben dabei recht viel Blödsinn im Kopf und blündern Cornflakes-Packungen, rauben Eier aus dem Kühlschrank oder knabbern die Wachsmalstifte des Nachwuchses an.

Dem Dinovember entspringen dabei nicht nur tolle Bilder (die man hier via Facebook verfolgen kann), sondern auch staunende Kinderaugen. Und genau die hat Tuma im Sinn. So schreibt er über seine Motivation hinter den Anstrengungen:

Why do we do this? Because in the age of iPads and Netflix, we don’t want our kids to lose their sense of wonder and imagination. In a time when the answers to all the world’s questions are a web-search away, we want our kids to experience a little mystery. All it takes is some time and energy, creativity, and a few plastic dinosaurs.

Tuma macht mit dem Abenteuer der Spielzeug-Dinos eines klar: Kinder sollten trotz Handys und Tablets ihre Begeisterung für realweltliches und die Magie des täglichen Zaubers dieser Welt nicht verlernen.

CBS dokumentiert Kennedy-Attentat in Realtime

US-Nachrichtenkanal zeigt Live-Reportage des Kennedy-Attentats von 1963 live zum 50. Jahrestag im Netz in Realtime

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Die Nach-Inszenierung historischer Ereignisse in Echtzeit gehört mittlerweile zu einem durchaus etablierten Spiel der Medien.
In Deutschland hatte zuletzt der MDR die Völkerschlacht bei Leipzig mit aufwändigen Live-Dokumentationen in TV und Netz inszeniert.

Der US-Sender CBS nun wird zum 50sten Jahrestag das Attentat auf den US-Präsidenten John F. Kennedy nicht nach-inszenieren, sondern wieder live senden. Web-Nutzer können am 22.11. via CBSNews.com die Live-Reportage des Senders von 1963 verfolgen – beginnend von der Landung Kennedys in Dallas bis zum traurigen Höhepunkt seiner Ermordung. Die Live-Reportage von damals bereitet CBS zudem mit weiteren Informationen rundherum auf. Schlüsselmomente wird der Sender ebenfalls über den Hashtag #JFK50 über soziale Medien teilen.