Irgendwas mit “Blogkrise”

Alle Jahre wieder befällt die deutschen Blogs eine Sinnkrise. Oder besser: Nicht die Blogs befällt sie. Eher die Meta-Blogs und überkritischen Journalisten. “Blogs sterben”, wird dann getitelt. “Blogs verlieren Leser”, “Blogs sind nicht mehr relevant”.
Diese Diskussion keimt fröhlichen Herzens aller 10,75 Monate in der deutschen Bloglandschaft auf. Um zwei Wochen später wieder ebenso wieder zu verschwinden. Ohne, dass sich etwas ver- oder geändert hätte. Wieso sollte es auch?

Blogs sind nicht in der Krise. Blogs sind relevant. Und Blogs sterben nicht.

Der einzige Unterschied zum ersten Blog-Boom 2003?
Nun. Mittlerweile hat sich einfach rumgesprochen, dass Google aktuelle Inhalte mag, und Leser nicht blöde sind. Und dann wären da natürlich diese bösen Netzwerke namens Facebook, Twitter und Google+, die den armen Weblogs Leser wegnehmen.

Ist natürlich Quatsch. Meistens jedenfalls. Was da (herbei-)geschrieben wird.

Denn Blogs sind aus dem Medienmix des Homo Sapiens Netziens kaum mehr wegzudenken. Einzig die Zahl der Blogs ist in den letzten Jahren gestiegen. Werfe man allein einmal einen Blick auf die Welle der Food-Blogs, die Deutschlands Küchen erobern. Oder Weblogs voller strickender holder Weiblichkeit. Und dann wären da natürlich all diejenigen, die man früher “A-Blogger” genannt hätte.
Heute sind es einfach nur noch “Blogger”. Oder “Publizisten”, auch wenn mancher Journalist, der in den letzten Jahren nichts dazu gelernt hat, bei diesem Begriff womöglich leichte Herz-Rhythmus-Störungen bekommt.

Tatsache ist natürlich, dass Deutschlands Weblogs weniger erfolgreich sind, als ihre amerikanischen Schwestern und Brüder. Dummerweise liegt das womöglich einfach nur am Verbreitungsgrad English vs. Deutsch, am Verlags- und Medienwesen, an … Jeder sollte langsam bemerkt haben, dass man “USA” und “Deutschland” zwar in einem Satz nennen, nicht aber vergleichen kann.

Und “Relevanz”, überhaupt.
Relevanz ist, was etwas für uns wichtig macht.
Es gibt durchaus Weblogs, die haben höhere Zugriffszahlen als so manche Lokalzeitung im Netz. Und selbst wenn nicht, und “Julie aus Berlin” nur für ihre 20 Freunde schreibt – Relevant ist das für die Gruppe allemal. Wer sind wir, dass wir uns anmaßen die Deutungshoheit über Inhalte in Anspruch zu nehmen? Fragen Sie einmal den Archäologen, ob für den ein Weblog von Ilse Meier aus Pompeii zwischen 56 und 62 n.Ch. interessant wäre, in dem sie berichtet, was es heute zu essen gab und wie ihr Alltag aussah?

“Doch all das wird die Blogs nicht vor dem Untergang schützen. Denn die Blöggerdämmerung ist da – Facebook und Google+!”
Töten Facebook und Google+ nun Blogs?
Ja, wenn wir es zulassen, dass all unsere Inhalte künftig nur noch dort abgeladen werden. Professionalisierten Blogs allerdings wird dies wohl kaum passieren, schließlich ist die eigene Plattform viel zu wichtig – nur hier kann bestimmt werden was, wie ausführlich und für welchen Zeitraum ich etwas schreibe.

“Content” wird auch weiterhin das Wichtigste im Netz bleiben. Und von diesem Standpunkt aus haben Blogger und nach Blog-Mechanismen funktionierende Websites seit jeher einen Vorteil. Das sorgte für einen Boom der Blogs vor einigen Jahren – weil sie (wenn auch meist unbewusst) die Google-Mechaniken als erstes am Besten nutzten. Seit dem haben viele Seiten nachgerüstet. Aus Firmen werden Medien. Aus Verlagen werden zunehmend Diven-hafte Online-Häuser und die Zahl der Blogs nimmt ebenso zu. Hinzu kommen soziale Netzwerke.

Noch stirbt hier niemand. Noch ist eine Krise auch nicht vorhanden – bei den Blogs zumindest nicht. Daran ändert sich seit einem Dutzend Inkarnationen dieser Diskussion nur wenig. Allein: Die alte “Blogroll”, eine Linkliste zu anderen Blogs, ist von der höflichen Würdigung anderen Schaffens zum über Bord geworfenen Ballast geworden. Das hat wenig mit Eitelkeiten zu tun, sondern mit (Webdesign-)Trends. “Sharen” geht heute anders als 2007 noch. An den Reichweiten und Relevanzen ändert das jedoch kaum etwas, im Gegenteil – was heute Menschen erreicht, hätte vor einigen Jahren aus der Blogblase heraus vielleicht nicht einmal eine Chance gehabt.

Netzwerke richtig zu umarmen und charmante Inhalte zu produzieren – das ist die “Blogherausforderung 2013″. Haben Blogger aber irgendwie schon immer gemacht, selbst als es 2001 in Deutschland gerade mal ein Dutzend waren. Daran ändern auch herbeigeschriebene Krisen nichts … Blog is Pop.

Facebook und das gefährliche Spiel mit “Interaktion”

Facebook hat letzte Woche Community-Managern einen Schrecken eingejagt und Änderungen an seinem EdgeRank vorgenommen. Jene Berechnungsgrundlage entscheidet darüber, ob und wie oft Inhalte von Facebook-Seiten (und -Freunden) im Stream eines Nutzers angezeigt werden.

Einer Erhebung der Agentur we are social und des Monitoring-Spezialisten socialbakers zufolge, ist die Sichtbarkeit von Seiteneinträgen im September um 20 Prozent gesunken.
Kritiker sehen in diesem Vorgehen Facebooks eine klare Ansage darin, dass Seitenbetreiber Reichweite künftig vorrangig über das eigene Werbesystem und bezahlte Einträge (“Post Page Ads”) erreichen sollen. Für Seitenbetreiber, die Facebook allem voran als Community-Plattform sehen ein Schlag ins Gesicht.

Der EdgeRank belohnt künftig diejenigen Inhalte, die Interaktion auslösen noch mehr als bisher. In den letzten Monaten ist dahingehend bereits eine Banalisierung der Inhalte zu beobachten, die von Nutzern jedoch oftmals mit hoher Interaktion belohnt werden.

Facebook ist ein Fast-Food-Restaurant für Content jeglicher Art, das Angebot hier muss innerhalb bestimmter Grenzen leicht variieren und dazu verleiten, noch mehr zu essen.
Das hört sich für Content-Gourmets ggf. abenteuerlich an, ist aber künftig entscheidend für die Reichweite.
Fakt ist, dass sich künftig mehr als bisher Seitenbetreiber damit auseinander setzen müssen, wie sie Inhalte erstellen, die sowohl Interaktion hervorrufen, als auch sinnvolle Markenkommunikation ermöglichen.
Die Herausforderung besteht darin, Inhalte zu kreieren, die innerhalb eines möglichst kurzen Textes Markeninhalte und Interaktion bieten. Dies sollte möglichst mit einer gesteigerten Frequenz einher gehen, um den erreichten Status Quo innerhalb des EdgeRanks nicht zu gefährten.

Die Änderungen am EdgeRank haben sorgen nicht zwangsläufig für eine Verbesserung der Inhalte-Qualität, die Gefahr ist hoch, dass wir im Gegenteil eine weitere Banalisierung sehen, weil diverse Seiten nur noch über “Stimmenfang” ihre Sichtbarkeit erhöhen wollen. Seitenbetreiber müssen sich also zwangsläufig fragen, wie Sie Qualität und Interaktion im Fast-Food-Restaurant unter einen Hut bekommen und möglichst so einsetzen, dass sie konstant Reichweite erzielen. Eine Nutzung der Facebook-Anzeigenformate wird in diesem Zuge für Marken und Firmen kaum mehr zu umgehen zu sein, was sich insb. bei Seiten mit breiter Fanbasis in hohen Kosten niederschlagen kann.

Die kommenden Wochen müssen zeigen, ob die mit dem Update aufgewertete Währung “Interaktion” für alle Seiten fair eingesetzt werden kann, oder ob mancher Seitenbetreiber auf der Strecke bleibt, wenn sich einige große Seiten es gleichzeitig leisten, auf Inhalte zu verzichten und einzig und allein auf Interaktion zu gehen.

Das Problem aus der Erfahrung heraus ist, dass Nutzer aus bestimmten Gründen Fan einer Seite werden. Diese wurden in einer aktuellen Studie von eMarketer für Deutschland erst wieder abgefragt. Allerdings: Gerade die Top-Gründe verführen Fans nicht zu einem hohen Einsatz von “Gefällt mir”-Angaben oder dem Hinterlassen von Kommentaren.
Angebote oder Gewinnspiele werden zwar genutzt, selten aber mit Interaktion belohnt. Hier ist künftig eine Mischung und möglichst Verquickung notwendig.

Lesenswert in diesem Zusammenhang:

Tod der politischen Netzgemeinde? Vom Scheitern der ePetition gegen das #LSR

Die ePetition gegen das Leistungsschutzrecht ist gescheitert.
Am Ende unterzeichneten 21.000 – 50.000 wären nötig gewesen, damit sich der Petitionsausschuss dem Thema annimmt.

Ist die politische Netzgemeinde tot?
Oder wieso scheiterte die von einem Pirat gestartete Petition.

Und Carta fragt sich, ob das Netz seine Kraft verloren hat.
Angesichts der Thematik und der schlecht formulierten Petition die falsche Frage.
Die korrekte stellt die ZEIT: Erlahmt das Interesse am Urheberrecht bereits wieder?

Das Leistungsschutzrecht ist ein recht abstraktes Thema. Eines, welches wie das Urheberrecht einfach niemand privates so recht interessieren mag. Schließlich kommen die wenigsten damit in Berührung – oder machen sich Gedanken darüber.
In Zeiten, in denen es selbst Verlage nicht ganz so ernst nehmen mit dem Recht am eigenen, geistigen Eigentum, soll man als privater Mensch Interesse und Verständnis dafür aufbringen?
Wohl eher nicht. Dass dann bei aller Initiative selbst Größen wie Sascha Lobo ihre Aufrufe mit: “Warum man manchmal auch schlechtformulierte Petitionen mitzeichnen sollte” einleiten, bevor sie nach langer Einführung zum Punkt kamen – ein weiterer Punkt des Desinteresses.
Das soll keine Herabstufung des Engagements sein. Im Gegenteil. Deutschland braucht netzpolitische Leitwölfe wie Lobo, Beckedahl, Sixtus und Co., um genau derlei Themen medien-, öffentlichkeits- und breitenwirksam in den Aufmerksamkeitsfokus zu rücken. Ihr Engagement ist wichtig.

Beim Leistungsschutzrecht hat es versagt.
Nicht, weil die Reichweite und Wichtigkeit der engagierten Blogger und Sprecher weniger wird, wie Carta unterstellt. Sondern weil das Thema zu abstrakt ist. Weil in der letzten Formulierung zudem eindeutig “private Nutzer” aussen vor gelassen werden. Weil mit Acta bewiesen wurde, dass die ePetitionen kaum einen Wert haben. Weil Nutzer sich vielleicht auch einfach nicht jedes halbe Jahr für eine Kampagne der Netzgemeinde einspannen lassen wollen.

Was ist ihre Meinung?

Nicht Facebook nervt, es sind die Firmen dort.

Ein Kommentar

Facebook beginnt zu nerven” übertitelt Philipp Laage einen Artikel in der ZEIT, in dem er schreibt, dass Facebook die Bedürfnisse der Nutzer nicht ernst genug nimmt. Demnach war Facebook im American Customer Satisfaction Index (ACSI) im Juli mit 61 von 100 möglichen “Zufriedenheitspunkten” nicht nur das schlechteste Social Network, sondern auch so unbeliebt wie MySpace vor zwei Jahren.

Dabei ist es überhaupt nicht Facebook in seinem Bestreben die heilige Datenkuh zu werden, das nervt.
Es sind die Nutzer. Oder besser, die Firmen.

An Nutzerzahlen kann Facebook kaum mehr zulegen, der Markt ist zunehmend gesättigt. Das Wichtigere für Facebook: Nutzer auf der Plattform zu behalten und sie zu beschäftigen. Die Währung “Verweildauer” ist im Netz für werbebasierte Plattformen neben Nutzerzahlen noch immer die Wichtigste.

Das Problem ist nur, ich will überhaupt nicht mehr dort sein.
Nicht, weil mich Anzeigen nerven. Nicht, weil Facebook bestimmt, wie meine Daten in meinem Profil dargestellt werden.
Sondern, weil mich Nutzer anfangen zu nerven.
Oder besser: Firmen.

Schwärme von Beratern haben Firmen eingebleut, dass “Engagement” das Einzige ist was zählt. Und so buhlen selbst DAX 30 Unternehmen mit kleinen Mädchen, halblustigen Scherzen und banalen Fragen um Aufmerksamkeit in Form von “Gefällt mir”-Klicks und Kommentaren.
“Betiteln Sie dieses Bild”, “Klicken Sie ‘Gefällt mir’, wenn Sie das auch toll finden”, “Was machen Sie an diesem warmen Tag?”, …
Ja, das Volk klickt und kommentiert. Und wie es scheint darf es banal, banaler, am banalsten sein, damit geklickt wird.

Aber nervt das nicht langsam?
Und vor allem: Nützt es wirklich was?

Ja, der Algorithmus von Facebook bevorteilt die Inhalte, die viel Interaktion beinhalten. Und im “Fastfood-Restaurant” des Konsums, das Facebook nun einmal ist, will ich in der Tat keine Romane auf Facebook lesen. Aber etwas mehr Gehalt darf es ruhig sein.

Ist nun “Engagement ist Kacke, werdet wieder Erwachsen” die nächste Beraterkuh, die durchs Dorf getrieben wird?
Kann sein. Aber mal ehrlich: Die Tonalität, die manche Firma da an den Tag legt ist weit entfernt von Glaubwürdigkeit und Markenpflege. Konsumenten sind nicht blöd und Marken können nicht personalisiert kommunizieren.
“Wisst ihr eigentlich, was ihr wollt?”, könnte die End-Frage von Unternehmens-Social Media-Pflegern ans Volk sein.
Wissen Sie: Gewinnspiele, Rabatte und “Firmen-Insides”. Sind zumindest immer die Standard-Antworten von Fans – egal welches Alter oder Geschlecht die Befragten haben, und egal um welches Consumer-Produkt es geht. Blöd nur (und soweit sind Firmen eben auch schon wieder), dass Gewinnspiele keine Interaktion bringen. Und selten “echte” Fans.

Was also darf es sein?
Wie wäre es mit sinnvoller Kommunikation. Wie wäre es mal mit Salat, nicht nur immer Cheesburger?

Facebook hat aktuell viele Probleme. Firmen in Brabbel-Laune sind eins davon. Wenigstens das aber kann man lösen.

Lesenswert, ebenso zum Thema:
Bernhard Jodeleit, Inflation der Interaktion: Notifications bis der Arzt kommt!
Ed Wohlfahrt, Social Media: wie trivial darf’s sein?
Richard Gutjahr, 7 Gründe warum Facebook fertig hat

Social Media – sind wir müde?

Was ist eigentlich mit der Social Media Müdigkeit, die man überall diskutiert?“, fragte mich am Freitag ein Reporter von MDR Info, dem ich für einen Radiobeitrag ein kurzes Interview zum Status Quo der Vz-Netzwerke gebe.
Social Media Müdigkeit.
Gibt es da wirklich eine? Jenseits der inszenierten, von halb wichtigen und sich wichtig nehmenden Self-In-Szene-Setzern?

“Es wird alltäglicher”, sage ich. “Und damit eben auch etwas ruhiger.” Wie in einer Liebesbeziehung.

Und dann schreibt zufällig am Samstag auch, und ausgerechnet, Richard Gutjahr: “Ich bin müde. Facebook-müde. [...] Mir wird Facebook zunehmends egaler.”

Meine Güte! Der auch?, frage ich mich.
Nein. Der nicht.
Aber auch. Denn auch Gutjahr schreibt von der Alltäglichkeit.

Die Verliebtheit ist rum. Zu diesem Fazit kommt auch Gutjahr.
Social Networks haben sich in unseren Alltag integriert. Die First Mover, die um jeden Preis excited sein wollen ziehen langsam rüber zu Google+, die Normalos bleiben auf Facebook und die Late-Adopter kommen langsam auch. Zumindest mache ich eine interessante Feststellung: All jene ehemaligen Klassenkameraden von vor 15 Jahren kommen langsam auf Facebook an.

Dass Facebook vermeidlich “inaktiver” wird, wie es der MDR Info-Mann ausdrückte, weil kaum mehr jemand Inhalte einstelle, ist dabei sicherlich nicht nur eine subjektive Wahrnehmung. In Zeiten von Social Media mag sich die Lurkers-Commenters-Creators-Pyramide von 90-9-1 zu 70-20-10 ändern, alle werden aber nicht gleich zu Interaktivtäts-Content Creator-Monstern, nur weil man ihnen die Möglichkeit gibt.

Wir integrieren Social Media zunehmend in den Alltag. Darunter leidet die Leidenschaft. Ist das Schlimm? Nein. Es ist nur eine andere Nutzerbeziehung, auf die Unternehmen ebenso gefasst sein sollten, wie die sozialen Netzwerke. Sie alle sind wachstumsgetrieben, nur langsam gewinnen die Lurker die Oberhand …

Kehrt Ruhe um Social Media ein?
Nein, sicherlich nicht. Auch im “verflixten 7. Jahr” werden wir uns über aberwitzige Polit-Aussagen zum Netz-Verständnis freuen dürfen, auch heute noch werden Facebook-Partys diskutiert werden und auch künftig werden Unternehmen und Eltern, Lehrer und Vorgesetzte seltsam anmutende Fragen stellen und Fehler begehen. Die “Social Media Revolution”, so es sie gab, rollt langsamer, aber weiterhin stetig. Der Hype allerdings ist tatsächlich – over. Gut so! Für uns alle. Willkommen im Alltag – in Ehen sind, erreicht man diese Phase einmal, das dann ja die schönsten Jahre. Sagt man.

Prognose falsch – StudiVz verharrt im Wachkoma …

In fünf Stunden stirbt StudiVz.

Oder?
Es scheint, als müsse wannstirbtstudivz.com seine Prognose ändern, denn laut aktuellen IVW Zahlen hat StudiVz seinen Absturz etwas gemildert – liegt im Wachkoma, quasi.

Laut aktueller Statista-Grafik, die auf IVW Basis berut, kann StudiVz den Abwärtstrend aktuell etwas stoppen, stirbt nicht mehr in 5 Stunden, sondern rund 13 Monaten – irgendwann im Juni 2013.

Zäh, die Holzbrincker ;-)

Blogs als Heimatbasis des Social Beings.

Die Renaissance der Blogs” überschreibt Social Media-Berater Wolfgang Lünenbürger-Reidenbach einen Blog-Post darüber, dass Blogs nie tot waren und trotzdem wieder leben.
Hintergrund der Feststellung ist eine Kolumne Sascha Lobos, der schreibt:

… wer auf seine digitale Freiheit Wert legt, für den bleibt – solange freie Social Networks wie Diaspora noch irrelevant sind – nur das schönste, aber anstrengendste Instrument für die soziale Vernetzung und das Teilen von Inhalten übrig: die selbst kontrollierte Website, also das Blog.

Haben wir auch schon einmal festgestellt. Im Januar. Mit viel Resonanz.
Im Social Media-Mix ist eine Heimatbasis entscheidend. Wir verlassen uns in der Kommunikation, die eigentlich nachhaltig sein sollte, auf Plattformen, die wir nicht abschätzen können. Begeben uns in Abhängigkeitsverhältnisse. Ein Weblog kann – beim privaten, wie auch unternehmerischen, Reputationsaufbau – als Heimatbasis eine sinnvolle, ja sichere, Rolle spielen.

Facebook uh oh oh!

Wir haben lange gerungen, ob wir Ihnen, werte Leser das hier wirklich antun wollen – oder sollen. Aber doch, ja. Wir warnen aber auch ausdrücklich. Vor gesundheitlichen Schäden, die durch das hören des “Facebook uh oh oh!”-Songs angerichtet werden können.

Wenn Sie den Song jetzt für einen schlechten Scherz oder gar eine Fan-Version halten. Weit gefehlt. Er stammt aus der Feder der Produzenten Jose Rodriguez, Timothy Touchton und – Ralph Siegel. Doch, ja. Der Ralph Siegel, der “unsere Nicole” mit einem Song ein wenig mehr Frieden auf die Welt bringen lassen wollte und den Grand Prix Eurovision de la Chanson gewann. Jenen Wettbewerb, der heute nur noch Eurovision Song Contest heisst.
Das mit dem Frieden hat sich Ralph Siegel wohl überlegt. Jetzt scheint Blitzkrieg seine Antwort auf die Frage zu sein, wie man eben jenen Eurovision Song Contest noch einmal gewinnen könne. Und so schickt er die Sängerin Valentina Monetta mit dem Song “Facebook uh oh oh!” für das Land San Marino ins erste Halbfinale des ESC 2012 ins aserbaidschanischen Baku.

Entschuldigung, von dem schröcklichen Gesinge ist uns kurz der Geist vernebelt.
Denn natürlich ist das ein Scherz. Weil nämlich der Song-Titel gegen die Regeln des Wettbewerbs verstoße, müsse er umgetauft werden. So entschied das oberste ESC-Gremium vor einigen Tagen. Schließlich mache Valentina Monetta hier Werbung wir Facebook. Wir sehen das fast anders – den Song könnte Frau Aigner künftig vor ihren Interviews spielen, dann könnte man ihre Befürchtungen, Facebook verharme die Jugend, fast schon verstehen.
Jedenfalls heisst der Song jetzt “The Social Network Song“. Streng gesehen kommt uns das auch bekannt vor.

Ist das grausam.