medienrauschen, das; [Nomen] – ein Weblog rund um Neues und Lesenswertes aus den Themenbereichen Medien und Social Media

Twitter: passive Nutzung in Deutschland überwiegt

Twitter hat sich im Social Media Mix der Welt etabliert. Nicht zuletzt mit dem Börsengang bereitet man nun vor, die Früchte zu ernten. Doch obwohl das Unternehmen weltweit gut 218 Millionen Nutzer hat, gibt es Länder, in denen man zwar dauernd über den Service liest, ihn im Verhältnis jedoch nur wenige nutzten.
Deutschland ist so ein Land.
So wirklich den Durchbruch konnte Twitter hierzulande noch nicht verzeichnen. Zwar gibt das Unternehmen für Deutschland bisher keine Zahlen bekannt, die ARD/ZDF Onlinestudie 2013 jedoch hat sich an einer Analyse der Nutzerzahlen versucht. Ergebnis: in Deutschland sollen rund 3,9 Millionen Menschen Twitter “zumindest selten” nutzen.

Eine große Zahl, die sich jedoch schnell relativiert, wie Holger Schmidt schreibt.
Denn von den in der Studie Befragten sind nur 7 Prozent (etwa 270.000 Nutzer) täglich auf Twitter aktiv, 32 Prozent (1,26 Millionen) nur wöchentlich, der Rest seltener.
Zum Vergleich: Facebook nutzten in Deutschland Unternehmensangaben zufolge rund 20 Mio. Nutzer täglich.

Trotzdem: mit 1,17 Millionen Nutzern verzeichnet Twitter immerhin ein Zuwachs von 43 Prozent gegenüber dem Vorjahr.

Für Deutsche ist Twitter vorrangig ein Informationsinstrument, welches passiv genutzt wird. Das bedeutet viele Nutzer konsumieren nur, zwitschern jedoch nicht aktiv selbst.

Paid Content: Zahlungsbereitschaft steigt

Die Zahlungsbereitschaft im Netz steigt – das jedenfalls sieht eine Umfrage von TNS Infratest

Es ist ein Krux, mit diesem Online. Zumindest, wenn man in den Vorstandsetagen der etablierten Verlage arbeitet, muss man diese Haltung annehmen. Denn der Onliner per se ist wenig zahlungsfreudig, wenn es um das hohe Gut der “Inhalte” geht. Apps, Spiele, Gaming – dafür schleudert der Onliner willig sein Geld ins Land, aber Journalismus?

Und dann kommen da gerade auch noch diese ganzen Meuten von PR-Beratern, die Firmen diese Sache mit dem Content Marketing verklickern …

Doch das Land wandelt sich durchaus. Wenn auch langsam. Einer neuen Umfrage von TNS Infratest zufolge ist die Gattung Homo Onlinemus zunehmend zahlungswilliger.

Demnach haben bereits heute 19 Prozent der Nutzer für das Herunterladen von journalistischen Texten oder ganzen Ausgaben von Zeitungen im Internet schon einmal Geld ausgegeben. Hoffnung macht zudem eine andere Zahl: 29 Prozent der Internetnutzer sind theoretisch zahlungsbereit, wenn die Qualität stimmt. Denn immerhin 63 Prozent der Befragten schätzen gut recherchierte Informationen – und sind am Ende eben auch bereit, gedruckt oder digital dafür zu bezahlen. Kleiner Pferdefuss dabei: Diese hohe Zahlungsbereitschaft gilt allein für exklusive Inhalte.

Kein Wunder also, dass die gesamte Verlagsbranche gerade ganz interessiert auf die BILD schielt. Denn das Massenblatt des Springer Verlages versucht mit “BILD plus” gerade mit exklusiveren Inhalten die Menschen hinter die eigene Paywall zu locken. Wenn auch noch mit Anlaufschwierigkeiten.

Karte des Internets

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Das ist die wohl beste Landkarte des heutigen Internets, die man aktuell bekommen kann. Ausserhalb der NSA zumindest. Sie zu erstellen bediente sich jedoch ähnlicher Methoden – denn die Datenbasis sind nahezu 500.000 mit einem Trojaner infizierte Rechner in der ganzen Welt.

Ganz fehlerfrei ist die Karte indes natürlich nicht, und zukunftssicher ebenso wenig. Denn das Datenmaterial basiert auf IPv4-Verbindungen. Schön anzusehen jedoch ist es allemal …

This Is the Most Detailed Picture of the Internet Ever (and Making it Was Very Illegal)

Instagram unter Beschuss: Accounts gehackt

Spam für Diät-Pillen: Nutzer des Bilder-Dienstes kämpfen mit gehackten Accounts

Instagram hat mit einer massiven Attacke von Spammern zu kämpfen. Seit gestern Abend wurden diverse Accounts übernommen und Bilder zu Diät-Methoden und -Pillen gepostet.

Der Bilder-Dienst hat daraufhin viele Accounts zurück gesetzt und eine große Anzahl von Nutzern dazu aufgefordert sich ein neues Passwort zu erstellen.

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Viele Accounts, darunter auch der vom Autor dieser Zeilen, wurden gehackt und mit Bildern zu Früchte-Diäten und entsprechenden Pillen versehen. Ausserdem wurden die Profil-Bios mit Spam-URLs versehen. Der Link führt zu einer Fake-BBC-Website, die über die Erfolge der Früchte-Diät berichtet.

Instagram hat den Hack bzw. die Attacke mittlerweile bestätigt. Eine “Übernahme” der Accounts scheint indessen nicht zu geschehen, sondern nur ein einmaliges Spamming.

Auch Nutzer, die bisher keine Mail bekommen haben, sollten ihr Profil und die URLs in Ihrem Profil prüfen sowie ihr Passwort zurücksetzen.

Potluck lädt zur “Linkparty” mit Freunden

“The best house party you’ve ever been to.” – mit diesem Motto wirbt das neue Netzwerk Potluck.

Hinter dem Startup stehen die Macher von Branch, zu deren Mentoren-Team wiederum die Macher von Twitter gehören.

Potluck ist ein neues soziales Netzwerk, welches Nutzer auf Themenebene zusammen bringen will. Diese sollen über den Dienst allein Links teilen und sich darüber austauschen. Dabei steht der Inhalt im Vordergrund – denn wer genau aus dem Freundeskreis einen Link geteilt hat, sieht man erst nach einem Klick. So soll Interaktion auf Themenbasis, nicht Freundesbasis, entstehen. Potluck hebelt also in gewisser Weise den zu sozialen Anteil des Social Sharings aus.

Mit dem neuen Dienst richtet sich die Branch-Crew insbesondere an die Menschen, die bisher weder Facebook noch Twitter großartig nutzen. Von normalen Bookmarking-Diensten wie delicious unterscheidet sich Potluck vor allem durch die Möglichkeit Links zu kommentieren und mit einem bestimmten Freundeskreis zu teilen.

Am Ende sieht das alles ein wenig wie Quote.fm aus …

T3N hat sich den neuen Dienst kurz angeschaut: Potluck: Die Hausparty des Internets

Einblicke in die (professionalisierte) Blogger-Welt Deutschland

Selbstbewusst und geschäftstüchtig gibt sich die deutsche Bloggerszene in einer großen Umfrage. Doch die Ergebnisse sind mit Vorsicht zu genießen.

2.344 Blogger aus Deutschland haben sich für rankseller an einer Studie über das Bloggen beteiligt. Die Ergebnisse liefern interessante Einblicke, wenn sie auch mit Bedacht angesehen werden müssen.

Die Studie erstellt hat rankseller, ein Marktplatz für Blog-Vermarktung. Die dort angemeldeten Blogs können durch verschiedene Vermarktungsmöglichkeiten Einnahmen erzielen. So ist entsprechend Vorsicht bei der Analyse der Ergebnisse angebracht – es kann davon ausgegangen werden, dass sich vorrangig Blogger an der Umfrage beteiligt haben, die sich über die Vermarktung Monitarisierungserfolge ihrer Aktivitäten versprechen.

Entsprechend gaben 58,2 Prozent der Befragten an, mit beruflichem Hintergrund zu bloggen, der Rest blogge “privat” – wie auch immer hier die Deutungshoheit liegen mag, denn bei der Erzielung von Gewinnen kann von “privat” streng genommen keine Rede mehr sein.
Immerhin 71 Prozent gaben nämlich ebenso an, mit ihrem Weblog aktiv Geld zu verdienen.

Unter den so befragten “Pro-Bloggern” also, sind die meisten laut Studie wahre Multitasker. Die überwiegende Mehrheit betreibt mehr als ein Weblog: 10,1 Prozent betreiben 3-5 Blogs, satte 21 Prozent gar mehr als 5 Weblogs.
Die Top-Themen, um die es sich in diesen Blogs dann dreht, sind in den Bereichen “Heim und Garten” (7 %), “Erotik und Liebe” (6,4 %) sowie “Gesundheit und Ernährung” (5,6 %) zu verorden.

Auch vor diesem Hintergrund ist die Aussage von über 90 Prozent der Befragten, die sich für mehr Kooperationen mit Unternehmen interessieren, nicht verwunderlich.

Optimistisch geben sich die Blogger für die Zukunft: 71,1 Prozent glauben, dass Bloggen künftig eine größere Rolle in der Medienlandschaft spielen werde.

Die ausführliche Infografik von rankseller gibt es hier auf medienrauschen.

‘Sight’ – Blick in die Zukunft der Datenbrille

Mit “Sight” liefern die beiden Studenten Eran May-raz und Daniel Lazo eine beängstigende Vision der Zukunft ab. In ihrem Film entwickeln sie die Idee von Google Glass gewürzt mit dem Thema Gamification weiter – was dabei heraus kommt, seht ihr im Video.

“Sight” ist das Abschlussprojekt der beiden Studenten an der Bezaleal Academy of Arts in Jerusalem.

A Facebook Update In Real Life

Wie würde das Update der Facebook-Überfläche und Spielregeln im echten Leben aussehen? Der Frage widmet sich ein äußerst gelungenes, witziges Video – von der „Privacy Door” über Werbung bis hin zum Tausch des Haustieres. Selbst ansehen (wenn Sie nicht bereits zu den 1,3 Mio. gehörten, die das Video bisher sahen).

Lothar Matthäus nimmt die Dinge in die Hand

Frühlingsgrüße sendet Ex-Nationalspieler Lothar Matthäus seinen Fans und begrüßt sie mit einem Blumenstrauß in den Händen auf seiner neuen Facebook-Seite.
Was sicherlich nett gemeint war, ist im Jahr 2013 vollkommen anachronistisch und absurd. Weshalb der Mann, über den nicht erst seit seiner Heim-Doku-Soap halb Deutschland lacht, nun zur kleinen Mem mutiert. Denn das Netz nimmt Matthäus mit einem Tumblr-Blog auf die Schippe: “Loddar holding things” eifert dem Kult-Blog “Kim Jong-il looking at things” nach, in dem Pressebilder des toten nordkoreanischen Machthabers veröffentlicht wurden, auf denen er allerlei Dinge inspiziert. Nutzer können Bilder einsenden, in denen sie Matthäus Dinge via Grafikprogramm in die Hände legen.

Browserkrieg 2.0?

Steht Entwicklern ein zweiter Browserkrieg ins Haus?
Google trennt sich von der Browser-Engine Webkit, und Opera folgt. Die vereinte bisher Opera, Googles Chrome und Apples Safari – Entwickler konnten so davon ausgehen, dass die Render-Maschine unter der Browseroberfläche für einigermaßen übereinstimmende Interpretationen ihres Codes sorgt. Das könnte in einigen Monaten nicht mehr so sein.

Google kündigt nun an, statt auf Webkit künftig auf Blink zu setzen. Blink wird ein Abspaltung von Webkit, behält also die Status Quo einigermaßen bei, entwickelt sich künftig jedoch eigenständig weiter. Während allein aus taktischen Gründen die Abspaltung bei Google nicht zu überraschend kommen dürfte, ist der Wechsel von Opera hin zum neuen Blink durchaus eine.

Webkit ist ein OpenSource “Unterbau” für Browser. Durch die eigene Abspaltung hiervon verspricht sich Google eine Verschlankung des eigenen Chrome-Browsers, ausserdem könnten neue Features so künftig schneller umgesetzt werden.

Ob Entwickler wie im ersten Browserkrieg zwischen Netscape und Microsoft nun wieder mit Sorgenfalten im Gesicht arbeiten müssen, darf jedoch bezweifelt werden. Alle Browser-Hersteller sind heute in weiten Teilen so weit geprägt, sich an geltende Standards zu halten und Entwicklungen auch unter Berücksichtigung der Entwicklergemeinde zu realisieren. Spannend dürfte es jedoch für den Endanwender werden. Der nächste Browserkrieg wird sich indes wohl auch weniger um Desktop-Rechner als vielmehr um Tablets drehen.