Huffington Post in Deutschland: Erfolg ist relativ

germany

Die Huffington Post Deutschland dürfte das wohl ernüchterndste Projekt eines deutschen Verlagshauses in den letzten Jahren sein. Mit vielen Vorschusslorbeeren und jeder Menge Kritik aus Blogger-Kreisen im Oktober 2013 gestartet, kommt das Projekt nicht so recht in Fahrt. Signale und Diskussionen zumindest setzt die Tochter der erfolgreichen US-HuffPo nicht wirklich …

Nun allerdings scheint es einen Trend nach oben zu geben: erstmals steht die Huffington Post in der Auswertung von 1000flies in den Top 10 der Online-Medien, die über soziale Netzwerke am häufigsten geteilt werden.
Immerhin 323.000 soziale Signale konnte die unter dem Focus-Label fahrende Seite erzeugen und liegt damit gar noch vor dem Focus und der Frankfurter Allgemeinen.

Jedoch: es ist nicht, wie es scheint.
Denn der Erfolg beruht lediglich auf zwei einzelnen Texten – die zudem nicht einmal originäre deutsche Inhalte sondern lediglich Übersetzungen aus den USA sind: "Zwei übersetzte Texte der amerikanischen Autorin und Sonderpädagogin Rachel Macy Stafford bescherten der Huffington Post zusammen über 200.000 Flies", schreibt Jens Schröder in seiner Auswertung. Die beiden Texte "sorgten damit im Alleingang dafür, dass die HuffPo nicht um Platz 30 herum gelandet ist, sondern auf Rang 10".

Meister der sozialen Netzwerke ist nach wie vor Spiegel Online. Die Hamburger konnten Artikel und Inhalte insgesamt 1,3 Millionen mal über soziale Medien von Menschen verteilen lassen.

Es ist ein langer, steiniger Weg, den die Huffington Post da seit Oktober beschreitet. Vom berufenen Messias des Online-Verlegens ist sie noch weit entfernt. Ob es daran liegt, dass die HuffPo hierzulande nicht als Underdog sondern Burda-Kind startete?

2007 - 2016, medienrauschen | Datenschutz | Impressum | Made with in Leipzig