Google lockert Klarnamen-Regel für Google+

Since launch we’ve listened closely to community feedback on our names policy“, schreibt Bradley Horowitz, Produktmanager für Google+, in einem aktuellen Eintrag. Mit diesem beugt sich Google dem Wunsch einer spezifischen Nutzergruppe, welche in den letzten Monaten hart mit der “Klarnamen-Regel” des Social Networks ins Gericht gegangen war.
Nun will Google in seinem Netzwerk auch die Angabe eines Nickname zulassen, was natürlich ein Unterschied zu einem Pseudonym ist (John “Maggie” Smith wäre ein Nickname, ein Pseudonym wäre ein Phantasienamen ohne Verbindung zum Original-Namen); Pseudonyme sollen nur dann zugelassen werden, wenn man diese nachweislich bereits in der Öffentlichkeit nutzt. Das dürfte für die meisten Internet-Nutzer eine Hürde sein, die sie so schnell nicht überwinden können. Somit ist dieser Schritt für die Gegner des Zwangs zur Angabe eines echten Klarnamens noch kein richtiger Sieg. Aber ein Schritt in die Richtung. Eine, deren Weg noch nicht verstellt ist. Denn am Ende seines Eintrags versichert Horowitz auch: “Today is a small step towards improving the ways in which you can communicate your identity on Google+. We will be listening to feedback from the community and will continue to refine all aspects of how we handle names and identity over the coming weeks, months and beyond.

Nebenbei übrigens bleibt eine eventuelle Änderung des Namens nicht auf Google+ beschränkt: “It’s important to remember that when you change your name in Google+, you’re changing it across all services that require a Google Profile“, was bedeutet: Maggie im obigen Beispiel wird auch in allen anderen Google-Services als Maggie sichtbar werden – bspw. in Google Mail oder der Suche, wenn er Freunden Inhalte empfiehlt.

Generell sollte man bei der Nutzung von Google+ konkret – egal ob es sich nur um die Angabe des Namens, oder der von Interessen handelt – immer auch im Kopf haben, dass sich die Suche von Google weiter auf das eigene Profil ‘einschießen’ wird und künftig entsprechende Anpassung von Ergebnissen vornimmt. Auch der Gedanke, ob man wirklich von den Spieler-Kumpels seines Alter-Ego ‘Knufortius’ aus WOW in G+ kommunizieren und auffindbar sein will, sollte eine Rolle bei der Änderung des Namens spielen. Wie immer, ist auch hier eine Differenzierung des Nutzungszwecks notwendig. In der Wahrnehmung etabliert sich Google+ neben Facebook eher als “seriöses” Netzwerk mit weniger Spaß-Inhalten. Ob sich dieser Trend auch bei zunehmender Nutzerbasis und einer kommenden offenen API halten kann, muss sich noch herausstellen.

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