Die Vorhersage der Implosion Facebooks als neuer heißer Scheiß?

Hopp oder Top?

In einem (noch vor der WhatsApp-Übernahme entstandenen) Text über Facebook sieht Wolfgang Lünenbürger-Reidenbach – immerhin 'Digital Communications and Innovations'-Chef bei der Kommunikationsagentur achtung! – das Ende von Facebook nahen.
Fest macht er dies zum Beispiel an seinem elfjährigen Sohn, der zwar Instagram und YouTube, nicht aber Facebook nutze: "*Das Silo Facebook ist zu groß und komplex geworden, als dass es Schutzräume böte.*"

Nico Lumma, freier Berater und ebenso wie Lünenbürger-Reidenbach einer der vorderen Social Media Wellen-Surfer, erwidert die Prognose des Werbers mit einer Replik. In der wickelt er dem achtung!-Mann den Facebook-Vergleich mit AOL um den Hals und kommt zu dem Schluss: "*Facebook wird nicht implodieren, denn Facebook erfindet sich täglich immer wieder ein Stück weit neu.*"

Facebook Scheiße zu finden, scheint aktuell hipp in manchen Kreisen. Das Social Media Riese scheint zu straucheln: fern bleibende Jugendliche, gescheiterte Teil-Projekte wie Facebook Home, … Dabei vergisst man schnell, dass die Zahl der aktiven Facebook Nutzer noch immer einen positiven Trend aufzeigt. Ja, die Landschaft der Social Media Dienste fragmentiert zunehmend. Immer wieder versuchen neue Dienste um die Aufmerksamkeit der Nutzer zu buhlen. Doch Facebook ist – auch, dank dicker Brieftasche – der größte Sonnenstrand im Web. Mit Facebook, Instagram und nun auch WhatsApp gehören die drei Social Media-Wale des Fischbeckens zu nur einem Unternehmen.

Facebook wird bleiben. Es ist bereits das Google der sozialen Medien. Trotz der Tatsache, dass Teil-Projekte nicht aufgehen – wie zuletzt das mit offenbar großer Hoffnung veröffentlichte und sensationell gefloppte Facebook Home -, ist Facebook noch nicht am Ende. Ähnlich wie Google versteht es das Unternehmen Flops wegzustecken und zerbrochene Gläser schnell wegzufegen. Home ist letzten Endes für Facebook das persönliche Google Wave gewesen …

Schon jetzt wird der neue Share-Button für WhatsApp häufiger (auf Buzzfeed) genutzt, als der Twitter-Share-Knopf. Die mobile Nutzung und sinnvolle (auch Nicht-)Verbindung seiner Dienste ist für Facebook aktuell die große Herausforderung. Dabei kann und wird das Unternehmen nicht zuletzt auch von Google, AOL und Yahoo lernen.
2014 als das Implosionsjahr Facebooks zu sehen, ist vielleicht doch eher fehlinterpretierter Kaffeesatz …

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