Bücherkauf im Internet: “mit dieser [...] Welle haben wir nicht gerechnet”

Neu ist aber, dass so viel mehr Kunden im Internet Bücher kaufen, und mit dieser Wucht und Schnelligkeit der Welle haben wir nicht gerechnet“, sagt der Chef der Douglas-Holding, darüber, dass die Buchkette Thalia (wie der gesamte Buch-Einzelhandel) im letzten Jahr einen Umsatzeinbruch hinnehmen musste.

Nun muss man schon einmal kritisch hinterfragen dürfen, wieso man sich im Jahr 2012 als Manager einer großen Holding noch hinstellen und erklären darf, dass man vom zunehmenden Online-Handel “überrascht” wurde? Ist der Trend zum Online-Shopping, insbesondere zum Online-Buch-Shopping, neu?

Im Jahresbericht 2010 schrieb der Börsenverein: “Der stationäre Buchhandel ist zwar mit einem Umsatzanteil von 50,6 Prozent immer noch der wichtigste Absatzkanal für Bücher. Doch die Marktverschiebung zum Online-Handel beschleunigt sich. Der Versandhandel erwirtschaftete im vergangenen Jahr 17,1 Prozent vom Umsatzkuchen (Vorjahr: 15,5 Prozent).” Hinzu kam, dass das Verlagsgeschäft in Deutschland ein Plus verzeichnete, während der Umsatz der stationären Buchhandlungen zurück ging.

Und auch ein Blick über den großen Teich hätte helfen können. Verbunden mit einem Blick vor die Haustür.
Denn erst Ende Juli 2011 schloss die US-Buchhandelskette Borders. Sie hatte den Online-Handel vollständig verschlafen. Und nur eine Woche später verkündete Amazon erneut neue Umsatzrekorde. In den USA dominiert der Onlineshop den Versandhandel ebenso wie das Geschäft mit E-Books. Dort laufen elektronische Bücher den gedruckten langsam den Rang ab. Und auch, wenn dieser Wandel vom gedruckten zum digitalisierten Buch Deutschland langsmer verläuft – das E-Book hat hierzulande vor allem aufgrund der Buchpreisbindung einen schweren Stand -, so sind es doch Entwicklungen, die eine stationäre Buchhandelskette nicht überraschen dürften.

Am Online-Handel gibt es bei Sachwaren im Jahr Zwölf nach dem Neubeginn der Onlinehandelswelt keinen Weg mehr vorbei. Oder, wie es Exciting Commerce treffend schreibt: “Neue Spielräume eröffnet die aktuelle Situation vor allem denen, die konsequent auf Online setzen, sei es ob es sich um den Direktvertrieb via Internet, App-Romane oder innovative Online-Verlage handelt. In der Regel sind das dann allerdings neue Marktteilnehmer.”

Zum Thema E-Books übrigens lesenswert: Johnny Häusler im Interview um sein E-Book Versuch und welche Konsequenzen sich seiner Meinung daraus ergeben – Der App-Markt zeigt den eBooks, wie es gehen kann

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