Tod der politischen Netzgemeinde? Vom Scheitern der ePetition gegen das #LSR

Die ePetition gegen das Leistungsschutzrecht ist gescheitert.
Am Ende unterzeichneten 21.000 – 50.000 wären nötig gewesen, damit sich der Petitionsausschuss dem Thema annimmt.

Ist die politische Netzgemeinde tot?
Oder wieso scheiterte die von einem Pirat gestartete Petition.

Und Carta fragt sich, ob das Netz seine Kraft verloren hat.
Angesichts der Thematik und der schlecht formulierten Petition die falsche Frage.
Die korrekte stellt die ZEIT: Erlahmt das Interesse am Urheberrecht bereits wieder?

Das Leistungsschutzrecht ist ein recht abstraktes Thema. Eines, welches wie das Urheberrecht einfach niemand privates so recht interessieren mag. Schließlich kommen die wenigsten damit in Berührung – oder machen sich Gedanken darüber.
In Zeiten, in denen es selbst Verlage nicht ganz so ernst nehmen mit dem Recht am eigenen, geistigen Eigentum, soll man als privater Mensch Interesse und Verständnis dafür aufbringen?
Wohl eher nicht. Dass dann bei aller Initiative selbst Größen wie Sascha Lobo ihre Aufrufe mit: “Warum man manchmal auch schlechtformulierte Petitionen mitzeichnen sollte” einleiten, bevor sie nach langer Einführung zum Punkt kamen – ein weiterer Punkt des Desinteresses.
Das soll keine Herabstufung des Engagements sein. Im Gegenteil. Deutschland braucht netzpolitische Leitwölfe wie Lobo, Beckedahl, Sixtus und Co., um genau derlei Themen medien-, öffentlichkeits- und breitenwirksam in den Aufmerksamkeitsfokus zu rücken. Ihr Engagement ist wichtig.

Beim Leistungsschutzrecht hat es versagt.
Nicht, weil die Reichweite und Wichtigkeit der engagierten Blogger und Sprecher weniger wird, wie Carta unterstellt. Sondern weil das Thema zu abstrakt ist. Weil in der letzten Formulierung zudem eindeutig “private Nutzer” aussen vor gelassen werden. Weil mit Acta bewiesen wurde, dass die ePetitionen kaum einen Wert haben. Weil Nutzer sich vielleicht auch einfach nicht jedes halbe Jahr für eine Kampagne der Netzgemeinde einspannen lassen wollen.

Was ist ihre Meinung?

3 thoughts on “Tod der politischen Netzgemeinde? Vom Scheitern der ePetition gegen das #LSR

  1. 35009 ist die Nummer der Petition und nicht die Zahl der Mitzeichner :) Das waren nur 21.366!

  2. Die Gleichung Piratenpartei = 100% Netzpeople und somit 34.000 Mitzeichner by default funktioniert nicht. Mal ganz abgesehen davon, dass das #LSR im Vergleich zu ACTA anscheinend weniger griffig und vermittelbar ist, finde ich es schon ziemlich interessant, wie jetzt einige versuchen, das Scheitern der Petition den Piraten unterzujubeln. Genauso gut könnte ich jetzt auch Sixtus den schwarzen Peter unterjubeln, weil er es nicht geschafft hat genügend Zuschauer des Elektrischen Reporters zu sensibilisieren oder Sascha Lobo, weil er keine 40% seiner Twitter-Follower mobilisieren konnte? Häh?!

    Wahr allerdings ist, dass netzpolitische Initiativen und Proteste eben kein Selbstläufer sind nur weil es jetzt eine Piratenpartei gibt. Und was “Die Netzgemeinde” angeht, was soll das sein? Es gibt immer nur einzelne Gruppen mit einzelnen Interessen, die sich ab und an überschneiden. Sicher gibt es jetzt Katerstimmung, aber vielleicht führt das ja dazu, sich wieder andere, kreativere Formen des Protests zu überlegen, die ePetition allein kann eh nicht alles reißen.