medienrauschen, das; [Nomen] – ein Weblog rund um Neues und Lesenswertes aus den Themenbereichen Medien und Social Media

Facebook kauft Instagram

Kurz vor dem eigenen Börsengang nimmt Facebook noch einmal Geld in die Hand, um sich für Nutzer und Anleger attraktiver zu machen: Für einen Preis von rund einer Milliarde US-Dollar übernimmt Facebook den Social-Fotodienst Instagram. Mit dem Dienst kann man via Smartphone Bilder machen, durch verschiedene Filter verfremden, online stellen und diese mit Freunden teilen. Instagram ist dabei recht rudimentär gehalten – erst vor wenigen Tagen hatte man nach zwei Jahren, in denen es für den Service ausschließlich eine iOS-App gab, auch eine Version für Android veröffentlicht.

Zum Ende des Osterwochenendes nun verkündete Facebook-Gründer Mark Zuckerberg die Übernahme der Fotocommunity. Laut Facebook wolle man den Dienst künftig parallel zu Facebook weiterbetreiben. Trotzdem wurden bereits Stimmen laut, die an der Auskunft Facebooks zweifeln. Facebook hatte Anfang Dezember 2011 bereits den Location-based-Service Gowalla übernommen, der seine Dienste im März 2012 einstellte – damals betonte Facebook jedoch auch, dass man das Unternehmen wegen des Teams übernommen habe, diesmal betont man, man habe Instagram des Dienstes wegen übernommen. Trotzdem könnte Facebook die Funktionen der Instagram-App natürlich einfach in die eigene Applikation übernehmen und Instagram schließen – so zumindest befürchten es viele Nutzer aktuell.

Dass Facebook im Grunde keine Wahl blieb, als Instagram zu übernehmen, sehen derweil Experten. So schreibt Mark Zuckerberg zur Übernahme selbst:

For years, we’ve focused on building the best experience for sharing photos with your friends and family. Now, we’ll be able to work even more closely with the Instagram team to also offer the best experiences for sharing beautiful mobile photos with people based on your interests.

Facebook ist die größte Fotoplattform der Welt. Um diesen Status beizubehalten und auch die Nutzung und Verbreitung auf mobilen Geräten zu vergrößern, blieb Facebook nur die Möglichkeit Instagram zu erwerben. Der Dienst der beiden Gründer  Kevin Systrom and Mike Krieger erfreute sich zunehmender Beliebtheit – mit der Verbreiterung der Nutzerbasis auf der Android-Plattform dürfte die Zahl der Nutzer noch stärker wachsen. Auf diese Weise entstand ein Wettbewerber für Facebook, den man lieber selbst für dickes Geld übernahm, als ihn Google, Microsoft oder einem anderen Wettbewerber zu überlassen.

Dazu auch:
Om Malik
Nico Lumma
We are Social
Futurebiz 

Thomas Gigold
Blogger, Berater, Mensch