“Blogs sind tot!”
Seit dem großen Boom 2005 proklamieren Blogger, Experten und Berater immer mal wieder das Ende des Weblogs. Doch seit das digitale Format Mitte der 90er Jahre das Licht der Onlinewelt erblickte, erfreuen sich Blogs einer Beliebtheit, die in den letzten Jahren vielleicht einmal Tiefs, nie aber ein Ende erlebt haben.
Blogs sind lebendig. Und sie bleiben es. Auch und vor allem in 2012 – dem Jahr, in dem Filter im Social Web zunehmend an Bedeutung gewinnen werden.
Vor ein paar Tagen bejubelte Daniel Rehn auf T3N die neuen Corporate Blogs von adidas und anderen Unternehmen als “das Comeback des Jahres”. Dabei waren die von Unternehmen eingesetzten Blogs nie “weg”. In einem hat Rehn jedoch Recht: Blogs waren selten so geschätzt. Waren nie so eingespielt und akzeptiert wie 2011.
Der “Back to the roots”-Weblogdienst Tumblr erfreute sich 2011 so großer Beliebtheit, wie kaum eine andere Social Network-Plattform. Nur wurde der Aufstieg des Dienstes weniger beachtet. Macht ihn das wertloser? Im Jahr 2007 gegründet ergießen sich heute 40 Mio. Einträge täglich über die Server von Tumblr.
Weblogs sind nicht tot. In Zeiten der immer differenter werdenden Zielgruppen, immer weiter spezialisierten Plattformen und unterschiedlichster Verbreitungswege von Nachrichten können Blogs heute mehr denn je als “Heimathafen” für die Nachrichten, Gedanken und Medien der Unternehmen und Nutzer dienen. Blogs sind Kommunikationsräume, in denen man sich nicht den Regeln eines blauen Unternehmens aus Kalifornien andienen muss. In denen man die eigenen Regeln, die eigenen Richtlinien und eigenen Gedanken formulieren kann. Und: In denen die eigenen Inhalte weder zensiert noch gelöscht werden können – nicht heute, nicht morgen.
Findet übrigens auch die Süddeutsche Zeitung. Die hat im Rahmen ihres Relaunchs heute ihr erstes Weblog gestartet – um sich auf einen digitalen Diskurs mit Lesern, Journalisten und Nutzern einzulassen.