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Fairness gefragt: Plugin erweitert Googles soziale Suche.

Mit dem Start seiner sozialen Suche, die Ergebnisse anhand der eigenen Google+-Informationen aufwertet, bevorzugt Google klar die Inhalte aus dem eigenen Netzwerk vor allen anderen Seiten. Ein Fakt, der nicht nur bei manchem Nutzer für kritische Stimmen sorgt – auch Twitter wetterte nur wenige Stunden nach der Ankündigung der neuen Suche massiv gegen Google. Brisant: Google hatte einen Vertrag über die Live-Einbindung von Tweets in die Suchergebnisse zuvor auslaufen lassen.

Nun haben sich unter der Initiative “Focus on the User” nach eigenem Bekunden “einige Entwickler von Twitter, Facebook und MySpace” zusammen getan und liefern ein Browser-Plugin, dass die soziale Suche Googles um Angaben aus ihren Netzwerken erweitert. Dabei werden keine Live-Daten ausgegeben – vielmehr greift das Plugin die normale Suche von Google nach Ergebnissen ab und bindet diese wieder in die Google-Ergebnisseite ein. Man nutzt so im Grunde Google gegen Google und zeigt, wie man sich eine wirklich soziale Suche vorstellt, die alle Dienste fair behandelt.

Interessant am Rande übrigens: Die Entwickler geben sich auf der Website nicht zu erkennen. Von wem die Initiative nun ausgeht, und welche Entwickler wirklich daran beteiligt sind, lässt sich aktuell also nicht sagen. Fakt ist, das Plugin macht auf einen Umstand aufmerksam, der eine gewisse Brisanz hat – Google als (in der westlichen Welt) am häufigsten genutzte Suchmaschine hat die Macht, Nutzer weg von anderen Plattformen hin zum eigenen Netzwerk Google+ zu lenken. Eine Stellung, die nicht nur Wettbewerber zu denken geben sollte.

Thomas Gigold
Blogger, Berater, Mensch