Social Media im Jahr 2012.

Mit Thesen ist das ja immer so eine Sache. Aufgestellt sind sie schnell, und persönlich sind sie zudem auch immer. Wolfgang Lünenbürger-Reidenbach, Digitalchef der Hamburger Agentur Achtung! und Social Media-Profi, hat für die W&V in einem Artikel sechs Thesen rund um Social Media im Jahr 2012 veröffentlicht.
Erste und wichtigste These: Firmen werden über Social Media nicht mehr reden, sie werden es einfach nutzen.
Zweite wichtige These: Zielgruppen sind wichtig, wer auch immer in den letzten Jahren die Zielgruppenansprache schlecht gemacht und Stakeholder als wichtiger erachtete, lag schlichtweg falsch.
Nun. Ich glaube, die These, dass wir Social Media einfach nutzen und nicht mehr darüber reden, gab es im Jahresumschwung 2010/2011 schon einmal. Aber so ist das eben – vom mobilen Internet hat man auch bereits mehrmals gesagt, es werde *das* Thema des neuen Jahres, bevor es in den letzten beiden Jahr tatsächlich seinen Durch- und einen Netzempfangs-Einbruch nicht nur bei O2 feierte.

Mit Thesen ist das ja immer so eine Sache. Aufgestellt sind sie schnell, und persönlich sind sie zudem auch immer.
Und selbst, wenn sie basierend auf Erfahrungen, Erkenntnissen und Studien, sehr begründet und glaubhaft wirken – es wird nicht lange dauern, bevor Jemand seinen Finger heben und das genaue Gegenteil behaupten wird.
Willkommen auf der Bühne: Denn eben dies tut Mirko Lange, Chef von talkabout communications und nicht weniger etablierter Social Media-Kenner. Er hebt seinen Finger und widerspricht Lünenbürger-Reidenbacher – vollständig. Mit nicht weniger überzeugenden Argumenten, Erkenntnissen und Worten.

Insgesamt sind beide Einträge sehr lesenswert, denn sie machen klar: Social Media bleibt auch 2012 das wohl spannendste Feld und eine große Herausforderung für Marketing und Kommunikation. Einen Königsweg gab es nie, und wird es nie geben – in Zeiten der individuellen Ansprache und des “Dialogs auf Augenhöhe” wird die Serienbrieffunktion, mit der man Kunden bisher bedient hat, überflüssig.
Social Media ist für viele Unternehmen noch immer eine Art der Kommunikation, die erlernt werden will und muss. Zielgruppen waren nie weg, aber sie sind auch nicht mehr so einfach zu definieren. Nutzer/Kunden/Menschen verlangen heute eine andere, individuellere Ansprache als noch vor wenigen Jahren, und das auch noch Plattformabhängig. Firmen müssen ihre Fähigkeit verbessern, sie müssen schneller reagieren, interagieren und lernen. Das sind die Herausforderungen für 2012 und darüber hinaus – ob wir das Kind dann 2012 noch “Social Media” oder “Buntes, tolles Internet” nennen, spielt keine Rolle. Reden werden wir auf jeden Fall darüber. Müssen.

Thomas Gigold

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